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NWZonline.de Region Friesland

Gedenken: Als jüdische Jugendliche in Heidmühle

23.01.2018

Schortens Lina, Käthe, Adolf, Arthur, Helene – das sind die Namen der fünf Solmitz-Kinder. Die Familie lebte bis 1934 in Heidmühle – dann wurde sie vertrieben. Die Kinder waren damals zwischen 14 und 29 Jahre alt.

Wie war es für sie, als jüdische Jugendliche in Schortens aufzuwachsen? Wie haben sie Diskriminierung und Antisemitismus erlebt? Was können wir Schortenser für die heutige Zeit daraus lernen? Diese Fragen stellt sich das Jugendparlament Friesland bei einer Erinnerungs- und Gedenkveranstaltung am Samstag, 27. Januar, ab 19 Uhr im Bürgerhaus Schortens.

Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Together“ gegen Diskriminierung

Mit der Veranstaltung am 27. Januar zur Erinnerung an die Schortenser Familie Solmitz starten Jannes Wiesner, Yulian Ide und das Jugendparlament Friesland seine Veranstaltungsreihe „Together“ (ovales Logo): In verschiedenen Vorträgen und Aktionen wollen die jungen Friesländer die verschiedenen Facetten von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in Friesland beleuchten.

Aus der Geschichte lernen, um die Zukunft zu gestalten – unter diesem Motto steht die Veranstaltung zum Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus’: „Denn auch heute noch gehören Rassismus und Diskriminierung zum Alltag, geschürt von den populistischen Kräften in diesem Land“, sagt Jannes Wiesner. Gemeinsam mit dem Schortenser Yulian Ide hat er die interaktive Gedenkfeier im Bürgerhaus organisiert. „Lasst uns daher gemeinsam erinnern, verstehen und mit aller Kraft gegen jegliche Form der Diskriminierung und Ausgrenzung ankämpfen“, appelliert Wiesner an alle Jugendlichen – aber auch Erwachsenen – in Friesland.

Die systematische Verfolgung und Ermordung der jüdischen Mitbürger sei zweifellos eine der schlimmsten Gräueltaten der Geschichte, sagen Ide und Wiesner: „Gerade deshalb stehen wir in der Verantwortung die Taten aufzuarbeiten und gegen das Vergessen anzukämpfen.

jugendparlament-friesland.de

Organisiert haben die „interaktive Veranstaltung“ Jannes Wiesner (16) und der Schortenser Yulian Ide (30) mit dem Jugendparlament. Die Idee dazu hatte Yulian Ide, als er im Rahmen seiner Masterarbeit auf das Schicksal der Familie Solmitz aufmerksam wurde: „Ich bin keine 200 Meter vom Haus der Familie aufgewachsen. Ich war tief gerührt, als ich erfahren habe, dass Vater und Mutter Solmitz in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet wurden.“ Dieses Schicksal gehe alle Schortenser etwas an, fand er, und suchte den Kontakt zum Gröschler-Haus in Jever und zum Jugendparlament Friesland.

Jüdische Jugendliche

in Schortens – Lina, Käthe, Adolf, Arthur & Helene: Die Veranstaltung zum Tag des Gedenkens der Opfer

des Nationalsozialismus’ beginnt am Samstag, 27. Januar, um 19 Uhr im Bürgerhaus Schortens. Der Eintritt ist frei.

Zur Zeit des Nationalsozialismus’ lebten in Schortens nur wenige Juden. Bekannt sind bisher allein Max und Paula Solmitz, die ab 1926 an der Jeverschen Straße 16 eine Viehhandlung mit Schlachterei betrieben. Die Familie hatte zunächst in Jever gelebt. 1934 verpachtete Max Solmitz den betrieb an seinen nichtjüdischen Angestellten. Sein Weg und der seiner Frau führte über Cloppenburg, Oldenburg und Herne ins KZ Theresienstadt, wo Max am 20. März 1943. Paula Solmitz wurde am 15. Mai 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und wohl noch am gleichen Tag ermordet.

Die fünf Kinder hatten abenteuerliche Schicksale – die beiden Töchter Lina und Käthe überlebten den Zweiten Weltkrieg nicht.

Der Arbeitskreis Gröschler-Haus – Zentrum für jüdische Geschichte und Zeitgeschichte hat die Geschichte der Familie Solmitz dokumentiert.


Mehr Infos unter   www.groeschlerhaus.eu/erinnerungsorte/schortens-die-juedische-familie-solmitz-aus-heidmuehle/ 
Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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