Schortens - Der erste 40-Tonner mit Hilfsgütern für die vom Krieg gebeutelten Menschen in der Ukraine ist Mittwochmittag vom Parkplatz des Wohnparks Schortens der Unternehmensgruppe Pflegebutler gerollt. Beladen ist er mit 20 Paletten Medikamenten, Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Babynahrung, Schlafsäcken und Isomatten. „Wir als Unternehmensgruppe haben allein mehr als sechs Tonnen Lebensmittel und Getränke, Medikamente und Krankenhausbedarf, darunter 20000 Paracetamol-Tabletten gekauft“, erklärt Heiko Friedrich, Geschäftsführer von Pflegebutler.
Schon am ersten Tag des russischen Einmarsches in die Ukraine stand für den Unternehmer fest, dass er helfen wird. „Das ist einfach schrecklich, wie die Menschen davon betroffen sind. Vor allem die Kinder“, sagt er.
Alle spendeten
Spenden wurden in allen 14 Wohnparks der Unternehmensgruppe gesammelt. Eine Liste, was laut den Hilfsorganisationen vor Ort wirklich benötigt wird, hatte er auf Facebook geteilt. Die Resonanz war groß: Firmen, Apotheken und Privatleute spendeten. Auch die Schülerinnen und Schüler der nahe gelegenen Grundschule Jungfernbusch beteiligten sich: Die Klassensprecherinnen und Klassensprecher aller Jahrgänge brachten gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Sylvia Hoin und Kerstin Menne Kisten voller Kuscheltiere, Malblöcke und Stifte, Kerzen, Batterien und Babynahrung.
Seit drei Tagen sortieren und packen die insgesamt gut 50 Mitarbeiter nun Kisten und Paletten für die Menschen in der Ukraine. „Alle Paletten sind sortenrein gepackt, so wissen wir ganz genau, was wo drauf ist“, erklärt Friedrich. Die Hilfsgüter werden von Fahrer Torsten Kloiber nach Düsseldorf in ein bewachtes Lager gebracht. Den 40-Tonner stellt die Firma Enke-Werk von Ulrich Kainzinger aus Düsseldorf. Das Trio hatte bereits erfolgreich Hilfe für die Menschen im Ahrtal organisiert und kennt sich über das gemeinsame Hobby Autorennen fahren.
Am Freitag startet ein zweiter 40-Tonner mit Hilfsgütern aus Schortens Richtung Düsseldorf. „Ich gehe davon aus, dass wir insgesamt drei volle Lastwagen nach Düsseldorf schicken können“, sagt Friedrich.
Lieferung an Kliniken
Kommende Woche sollen die Hilfsgüter von Düsseldorf aus weiter über die Hilfsorganisationen, mit denen die Unternehmensgruppe in Kontakt steht, verteilt werden. „Wir hoffen, dass wir mit den Hilfsgütern zu den Krankenhäusern durchkommen. Wenn möglich, dann per Zug nach Charkiw“, sagt Friedrich.
Denn mittlerweile haben viele Krankenhäuser in der Ukraine gar nichts mehr, um die nun eingelieferten Verletzten zu versorgen. „Nicht einmal Schmerzmittel gibt es dort noch“, hat Friedrich erfahren. So hat er sich zusammen mit den Düsseldorfer Helfern bemüht, genau das in die Ukraine schicken zu können.
