Schortens - In Schortens hat man bereits vor Jahren damit begonnen, Bebauungspläne und Flächennutzungspläne auf ihre Aktualität zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern. Das sorgt hier und da für Verunsicherung, häufig werden erwartete Veränderungen im Orts- oder Landschaftsbild hinter der Überarbeitung vermutet – oftmals zu Unrecht, wie vorige Woche im Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt deutlich wurde.
So auch in Sillenstede. Hier soll der Flächennutzungsplan verändert werden, betroffen ist ein kleines Areal im Ortskern von gut einem Hektar Fläche. Hintergrund der Überarbeitung ist aber keine neu zu erwartende Veränderung, vielmehr gibt es seit Jahren einen Ist-Zustand, der nun auch im Flächennutzungsplan abgebildet werden soll.
Bisher wird nämlich ein reines Baugebiet dargestellt, in der Realität handelt es sich aber um ein Mischgebiet, denn vielfach sind hier schon seit Jahren Geschäfte ansässig. Es geht lediglich darum, den vorhandenen Ortskern so wie er ist, rechtssicher zu machen, legte Janina Lasar vom Planungsbüro Diekmann & Mosebach dar. Dem stimmte der Ausschuss einstimmig zu. Als nächster Schritt wird nun die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden eingeleitet.
Weiterhin wurde bei einer Gegenstimme (Wolfgang Ottens, Grüne) dem Planentwurf für den Bebauungsplan 146 „Sillenstede West“ zugestimmt. Auch hier wird nun die Öffentlichkeit beteiligt. Im Wesentlichen geht es darum, eine Nachverdichtung zu ermöglichen. Dafür müssen vor allem die Werte für die zugelassene Versiegelung eines Grundstücks angepasst werden. Außerdem soll die benötigte Gemeindebedarfsfläche (Gelände um die Schule) rechtssicher werden, der dortige Wald gesichert und ortsbildprägende Bäume erhalten werden.
Im gleichen Zusammenhang werden auch Trauf-, First- und Sockelhöhen sowie die Dachfarben und die mögliche Gartengestaltung geregelt. Ottens bemängelte, dass es in Sillenstede auf kleiner Fläche viele unterschiedliche Höhenregulierungen und unterschiedliche Versiegelungsgrößen gibt. Er plädierte dafür, sich auf einheitliche Maße zu einigen.
Dem wollten aber die anderen nicht folgen, möglicherweise würden dann Gewerbebetriebe nicht mehr bedarfsgerecht agieren können, so die Befürchtung. „Wir könnten uns sonst selbst beschränken, das wäre vor allem im urbanen Mischgebiet fatal“, erklärte Andreas Bruns (CDU).
Auch am Huntsteerter Weg geht es um die Veränderungen des Flächennutzungsplanes, um Rechtssicherheit für eine Erweiterung der Siedlung westlich des Klosterweges zu erlangen. Die Pläne lagen bereits öffentlich aus, wesentliche Korrekturen mussten nicht vorgenommen werden.
Allerdings gab es seitens des Denkmalschutzes den Hinweis, dass jegliche Erdarbeiten anzumelden sind. Hintergrund sind die möglichen historischen Funde in dieser Gegend. Bekanntlich waren in direkter Nähe, am Diekenkamp, vor kurzem auch größere Funde von historischer Bedeutung vorgekommen.
Jörg Even (CDU) wies darauf hin, dass die Entwässerung in dem Gebiet vor allem bei Starkregen schwierig sei. Frank Schweppe von der Stadt Schortens erklärte, das sei berücksichtigt und geklärt. Wolfgang Ottens (Grüne) stimmte gegen die Pläne, als Grund gab er „einen enormen Eingriff in die Natur“ an, insbesondere ein Fledermausvorkommen, mit Arten, die auch auf der roten Liste vertreten seien.
Ansonsten war sich der Ausschuss einig und stimmte zu, der Vorsitzende Michael Fischer (SPD) erklärte, die Tiere würden sich mit Sicherheit einige Meter weiter neue Unterschlupfe suchen.
Bei der Neuaufstellung des Bebauungsplans 133 „Olympiastraße“ ging es um die Ergebnisse der öffentlichen Auslegung, auch hier waren keine wesentlichen Veränderungen nötig. In Roffhausen sollen die Gebiete für Wohnen und Gewerbe parallel zu einander entwickelt werden.
