Schortens - „Die Stadt Schortens nimmt viel Geld in die Hand, um ihre Kinderspielplätze aufwerten, doch die Wünsche und Bedürfnisse der älteren Jugendlichen werden dabei schnell aus dem Blick verloren.“ Im Budget der Stadt tauchen sie jedenfalls kaum auf. Was Schortens Jugendliche wollen, war Thema eines Jugendforums, die Ergebnisse stellten einige Jugendliche und Sandra Gudehus als Leiterin des Jugendzentrums „Pferdestall“ und Moderatorin des Jugendforums nun im Fachausschuss den Ratsvertretern vor.
Fokus auf Skaterplatz
Schortens’ Jugendliche haben eigentlich gar nicht so hochtrabende Wünsche: Einen Treffpunkt, der einigermaßen zentral liegt, aber möglichst nicht auf dem Präsentierteller. Einen Ort, wo sie wo sie für sich sein können und wo man ihnen nicht zu sehr reinredet. So einen Ort gibt’s in Schortens mit der Skateranlage in der Hohen Gast. Aber dort gibt’s doch ein bisschen was zu tun. Unter anderem fehle es an Licht und an Sitzgelegenheiten auf der Anlage, und zum Skaten steht ein weiteres Sprungelement auf der Wunschliste. Thema war auch das Material der Elemente – „für ein besseres Fahrgefühl“. „Ein bis zwei Skate-Elemente aus Beton, das wäre schon cool“, so eine der Jugendlichen.
Im nächsten Schritt soll es nun darum gehen, die Bedürfnisse konkreter zu fassen und auch mal mit Kosten zu hinterlegen. Dazu soll sich einen Planungs- und Steuerungsgruppe zusammenfinden, in der neben den Jugendlichen und einem Team aus dem „Pferdestall“ auch Frank Schweppe vom Bauamt der Stadt dabei ist. Gemeinsam will man gucken, was auf der Anlage in der Hohen Gast umgesetzt werden kann und soll und was das kostet. Sandra Gudehus forderte, ähnlich wie bei den Kinderspielplätzen, auch ein festes Budget für die Jugendtreffs. „Es wäre frustrierend, wenn man die Jugendlichen planen und machen lässt und am Ende heißt es: dafür ist aber kein Geld da.“
Jugendliche wollten nicht nur beteiligt werden, sie wollen auch kleine Projekte eigenverantwortlich umsetzen. Dazu gehörten zum Beispiel Konzerte und Festivals wie kürzlich die Picknick-Konzerte in Jever. Weitere Anregungen für eine kinder- und jugendgerechte Stadt seien Wohnraum für junge Erwachsene.
Angebot ist eher dürftig
Maximilian Striegl (CDU), mit Ende 20 fast selbst noch Teil der Zielgruppe, lobte das kreative Jugendforum, das viele Ideen und gute Anregungen geliefert hat. „Wir haben in Schortens gute Angebote für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre – darüber hinaus wird es dürftig.“ Er plädierte generell für mehr Mitspracherecht der Jugendlichen. Nach dem Platz in Schortens solle man als nächstes den Fokus auf die Jugendtreffs in Roffhausen und Sillenstede richten.
Bürgermeister Gerhard Böhling sagte, dass das Sprachrohr der Kinder deren Eltern seien. Die Jugendlichen hingegen müssten sich meist selbst Gehör verschaffen. Das haben sie getan. Und die Stadt sei gut beraten, mehr zu tun und im Etat auch Gelder bereitzustellen.
