Schortens - In der Amphibien-Wandersaison 2022 sind in Schortens von Mitte März bis Ende April insgesamt 3844 Erdkröten, 19 Teichmolche und 45 Grasfrösche vor dem Überfahren gerettet worden. 15 freiwillige Helfer, darunter Familien, Angehörige des Regionalen Umweltzentrums (RUZ) und Nabu-Mitglieder sowie der städtische Bauhof haben dabei tatkräftig mitgeholfen – und nicht zu vergessen: Jungen und Mädchen der Grundschule Heidmühle.

„Für Schulkinder ist diese Rettungsaktion immer ein besonderes Erlebnis“, schreibt Petra Kowarsch vom Fachbereich Bauen und Umwelt der Stadtverwaltung im Jahresbericht zum Amphibienschutz. Bauhof-Mitarbeiter hatten die Krötenschutzzäune aufgebaut. Die Helfer haben die kleinen Amphibien dann zwei Mal pro Tag eingesammelt und in Eimern über die Straßen getragen: am Moorhauser Weg, an der Birkenstraße und am Forsthaus Upjever. Im Forst sind die Wanderzahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Bei den beiden anderen Strecken wurden hingegen weniger Kröten, Grasfrösche und Molche gezählt.

„Die Leistungsfähigkeit der Natur kann nur fortbestehen, wenn auch ihre Vielfältigkeit erhalten bleibt. Daher ist es wichtig, die Amphibien bei ihrer Wanderung zu unterstützen“, erklärt Petra Kowarsch. Die Kröten vertilgen Mücken, Schnecken und Insekten, sind aber auch wichtige Beutetiere für vielerlei Vögel, Reptilien und Säugetiere. So hat jede einzelne Art ihre Bedeutung im Ökosystem.

Die Besonderheit in diesem Jahr war, dass die Temperaturen bereits Anfang März im Vergleich zum Vorjahr sommerlich waren und die Hauptwanderung zwar noch nicht eingesetzt hatte, aber kleinere Gruppen schon unterwegs waren. Dennoch hatte dann die Hauptwanderung wie in jedem Jahr um den 21. März herum eingesetzt. Für den Standort Forst Upjever sucht die Stadt übrigens noch Sponsoren für das Aufstellen einer neuen Amphibientafel (Kosten belaufen sich auf 1000 Euro).

Kim Vanessa Schang
Kim Vanessa Schang Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt