Schortens - Wo das Ganztagsangebot an den Grundschulen nicht ausreicht, springt die Stadt mit einer sogenannten Randbetreuung ein.
In diesen Stunden betreuen unter anderem Erzieherinnen der – noch – städtischen Kindertagesstätten (Kitas) die Schüler. Mit dem bevorstehenden Träger-Übergang der Kitas an den Landkreis sorgen sich deshalb viele Eltern, wie es mit der Randbetreuung weitergeht. Die Nachfrage bei der Stadt hat ergeben, dass dies tatsächlich eine personelle Lücke reißt, die nicht groß, aber schwer zu schließen ist.
Aktuelle Situation
Neben dem verlässlichen Betreuungsangebot von 8 bis 13 Uhr bieten alle Schortenser Grundschulen dienstags bis donnerstags eine Ganztagsbetreuung bis 15 oder 15.30 Uhr (Sillenstede) an. Darüber hinaus können Kinder bei der Stadt für die kostenpflichtige Randbetreuung angemeldet werden. Vorausgesetzt am Standort kommen mindestens sechs Anmeldungen zusammen. Aktuell wird daher an allen Schulen außer in Sillenstede montags bis freitags von 7 bis 8 Uhr sowie montags und freitags von 13 Uhr bis maximal 16 Uhr Randbetreuung angeboten, die zum Teil doppelt besetzt ist.
64 Stunden insgesamt
Die insgesamt 64 Stunden werden von zwölf Mitarbeiterinnen abgedeckt – darunter drei Erzieherinnen aus den Kitas, die rund zwölf Stunden eingesetzt sind. Konkret betrifft dies den Standort Glarum mit einer Kita-Kraft und Oestringfelde mit zwei Erzieherinnen. Die Lücke, die mit Übergang der Kitas an den Landkreis entsteht, ist also überschaubar. Aber die Tücken lägen im Detail, wie Fachbereichsleiterin Anja Müller, erklärt. „Normalerweise fragen wir Anfang des Jahres den Bedarf bei den Eltern ab, aber bevor die Personallücke nicht geschlossen ist, macht das keinen Sinn.“
Unattraktive Arbeitszeit
Ziel sei es, die Randbetreuung mindestens so fortzuführen, wie sie zurzeit besteht, bekräftigt Müller. Das größte Problem sehe sie dabei in den unattraktiven Arbeitszeiten und der Flexibilität, die vor allem Vertretungskräfte aufbringen müssten.
Umso glücklicher ist Tom Becker, Schulleiter der Grundschule Schortens, dass es bei ihm die pädagogischen Mitarbeiterinnen sind, die die Randbetreuung leisten. „Die Kolleginnen waren schon bei uns in der schulischen Betreuung aktiv und haben sich dann bereit erklärt, auch die Randbetreuung zu übernehmen. Das verringert den Abstimmungsaufwand und erspart vor allem den Kindern einen ständigen Wechsel bei den Bezugspersonen“, nennt er die Vorteile.
Zweiter Vertrag mit Stadt
Für die pädagogischen Mitarbeiter bedeutet dies, dass sie neben dem Vertrag mit der Schule einen zweiten Vertrag mit der Stadt abschließen. Ein Modell, das sich Anja Müller auch gut für die nun entstehenden Lücken vorstellen kann. Und sie blickt noch weiter: „Perspektivisch wären wir und die Schulen froh, wenn das Personal bleibt und in drei Jahren, wenn die Ganztagsschule auf fünf Tage ausgeweitet wird, weiter in der Nachmittagsbetreuung eingesetzt werden kann.“ Am Donnerstag, 20. April, soll im Ausschuss für Schule, Soziales, Jugend und Sport abschließend über die Randbetreuung beraten werden. „Wir hoffen dann so weit grünes Licht zu bekommen, dass wir die Abfrage bei den Eltern starten können, um Mitte oder Ende Mai das Randbetreuungsangebot festzulegen.“
