Schortens - Das Schortenser Hallenbad Aqua Fit berappelt sich nur allmählich: Lange verordnete Schließungszeiten und später nur stark begrenzte Besucherzahlen blieben nicht folgenlos. Früher gut besuchte Angebote wie das Frühschwimmen oder das Seniorenschwimmen sind zwar wieder möglich, werden aber kaum mehr genutzt, berichtet Bäderleiter Peter Kramer im Fachausschuss.
Er regte daher unter anderem an, das Frühschwimmen zumindest im Sommer auszusetzen, da dafür als Alternative der Badesee zur Verfügung steht. Um beim Seniorenschwimmen „wieder mehr Leben in die Bude zu bringen“, soll die mobile Treppe wieder für leichteren Einstieg ins große Becken sorgen und auch die Saunanutzung angeboten werden.
„Leben in die Bude“
Überhaupt „mehr Leben in die Bude“ bringen: Kramer berichtete von geplanten Veranstaltungen wie der Mitternachts-Themensauna im Juli und dem Sommerfest im August, dem 24-Stunden-Schwimmen oder Spaß-Aktionen wie „Arschbomben-Contest“ und Badekostüm-Prämierung. Janto Just (Freie Bürger) unterstützt all diese Überlegungen, um wieder mehr (jüngeres) Publikum ins Bad zu holen.
Bei der wegen der Energiekrise in allen Bädern landauf landab diskutierten Wassertemperatur plädierte Kramer für eine allenfalls moderate Absenkung: „Wir sind hier auf dem allerneuesten Stand der Technik. Das Bad wurde erst vor drei Jahren wiedereröffnet.“ 26 Grad sollte für das große Variobecken die unterste Grenze sein.
Das Bad in diesen Zeiten mit Spaßprogramm mit Leben füllen zu wollen, stieß allerdings auf Skepsis: „Es wurde gerade die Gas-Alarmstufe ausgerufen“, mahnte Ingbert Grimpe (Grüne). Aktuell könne es eigentlich nur darum gehen, das Bad irgendwie am Laufen zu halten für die Schulen und für Schwimmkurse – ein zusätzliches Spaßprogramm sollte es erstmal nicht geben, meint er.
Im Sommer schließen
Janto Just, der ewige Verfechter der Bäder, schlug sogar vor, das Aqua Fit im Juni/Juli/August 2023 zu schließen und die Freibäder und Badeseen zu bewerben. In und ringsherum um Schortens gebe es ja einige davon. „Andere Zeiten erfordern andere Maßnahmen“, so Just.
Nicht nur Bad-Verfechter Just denkt um, auch Grimpe, der stets gegen das Bad und die Energiezentrale wetterte, erkennt darin nun zumindest eine Chance: „Wir haben den Biomassekessel in der Energiezentrale. Und damit ist das Bad als einziges Hallenbad weit und breit nicht nur auf teures Gas angewiesen.“ Er regte an, das Bad zumindest im Sommermonaten ausschließlich mit Biomasse zu heizen.
Die Ratsmitglieder im Ausschuss schlossen sich einstimmig Grimpes Vorschlag eines Prüfauftrags an, ob und in welchem Umfang das Hallenbad ausschließlich mit Biomasse betrieben werden kann.
