Winston Churchill (1874-1965) soll einst gesagt haben, er glaube nur solchen Statistiken, die er selbst gefälscht hat. Das soll natürliche nicht unterstellen, dass die aktuelle Kita- und Grundschul-Bedarfsanalyse für die Gemeinde Wangerland nicht nach bestem Wissen und Gewissen erstellt worden ist. Doch vielleicht basierte die Skepsis des britischen Premierministers gegenüber Datenerhebungen auch auf deren Zuverlässigkeit und Aussagekraft.

Auch der Raumbedarf an der Grundschule Hohenkirchen soll geprüft werden.

PROGNOSE BIS 2040 Wie viele Kita- und Grundschulplätze braucht das Wangerland?

Jörg Stutz
Wangerland

Ein Rückblick: Noch bis vor etwa drei Jahrzehnten sagten die Demografen für die Stadt Jever einen Bevölkerungsschwund voraus. Bekanntlich kam es ganz anders. Als eine der wenigen friesländischen Kommunen erlebte die Marienstadt fast einen Bevölkerungsboom – vor allem junge Familien siedelten sich in der Kreisstadt an. Politik und Verwaltung mussten reagieren: Kindergarten-Neubauten schossen fast wie Pilze aus dem Boden.

Ein Ausblick: Sollte sich die Region – und vor allem Wilhelmshaven – tatsächlich zu Deutschlands Energiedrehscheibe entwickeln, wird das sicherlich einen Beschäftigungsboom auslösen. Und weil viele gut verdienende Fachkräfte zwar in Wilhelmshaven arbeiten, aber nicht wohnen wollen, könnte der Speckgürtel Wilhelmshavens von dem zu erwartenden Zuzug profitieren. Denn Tatsache ist: Der heimische Arbeitsmarkt wird den Bedarf an Fachkräften nicht bedienen können. Die Folge: In Jever, Schortens und im Wangerland steigt die Bevölkerungszahl – und damit naturgemäß auch die Nachfrage nach Kindergarten- und Grundschulplätzen.