Friesland - Dass der Landkreis Friesland für die Schulen die Rückkehr zum Corona-Schichtbetrieb angeordnet hat, habe nichts mit der Kritik an den übervollen Schulbussen zu tun. Das hat am Montag Frieslands Kreisrätin Silke Vogelbusch betont.
Die Anordnung des Landkreises, dass ab 1. Oktober Schülerinnen und Schüler wieder nur in Kleingruppen abwechselnd zu Hause und in der Schule unterrichtet werden sollen, ist bei vielen Eltern, aber auch Lehrern auf massive Kritik gestoßen.
Keine leichte Entscheidung
Die Verwaltungsspitze habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, sagte Vogelbusch dagegen: „Es geht nicht darum, jemanden zu ärgern. Es geht darum, einen erneuten Lockdown abzuwenden – wohlwissend, dass das nun eine Herausforderung für Familien mit schulpflichtigen Kindern ist.“ Sie verstehe, dass Eltern nun ein Betreuungsproblem haben. „Aber: Es geht nur um sieben Tage“, sagte sie. Und: Es habe auch viel positive Rückmeldung auf diese Entscheidung des Landkreises gegeben.
Zeit für Schichtbetrieb in Friesland
Beim Landkreis sei man sich einig, dass angesichts des Infektionsgeschehens in Friesland der Zeitpunkt für die Rückkehr der Schulen in den Schichtbetrieb gekommen sei. „In unser aller Interesse ist es jetzt notwendig, streng zu sein“, glauben Silke Vogelbusch und Bernd Niebuhr, Dezernent für Recht und Ordnung.
Aktueller Corona-Schwerpunkt in Jever
Denn aktuell habe sich nach einer Party mit 30 jungen Leuten ein eindeutiger Corona-Schwerpunkt in Jever herausgebildet. Ansonsten seien die Akut-Fälle über den gesamten Landkreis – außer Wangerooge – verstreut.
Von den bisher 104 corona-positiven Fällen in Friesland waren 6 im Alter 0 bis 10 Jahre, 11 waren 11 bis 18 Jahre alt.
Für Dr. Thomas Fuchs, Leiter des Gesundheitsamts Friesland, geht es beim Schichtbetrieb in den Schulen insbesondere darum, die Gruppen überschaubar zu halten. Das erleichtere die Kontakt-Rückverfolgung.
Und noch etwas ist ihm wichtig: „Die Spätfolgen einer Corona-Infektion sind noch gar nicht bekannt – bei Kindern ist der Krankheitsverlauf eher mild; doch welche drastischen Spätfolgen sie dann in höherem Alter erwarten, wissen wir nicht. Deshalb sind wir bei Kindern nun so rigide und ziehen frühzeitig die Notbremse“, so Fuchs.
