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Teilvorstand führt Arbeit in Bockhorn fort Seniorenbeirat braucht mehr Geld – Jetzt kam es zum Streit

Thorsten Soltau
Der Seniorenbeirat in Bockhorn beantragte bei der Gemeinde eine Budgeterhöhung für die Arbeit mit den Senioren vor Ort.

Der Seniorenbeirat in Bockhorn beantragte bei der Gemeinde eine Budgeterhöhung für die Arbeit mit den Senioren vor Ort.

dpa/Symbolbild

Bockhorn - 500 Euro: Das ist die Summe, die dem Bockhorner Seniorenbeirat jährlich als Budget für Aufwendungen vonseiten der Gemeinde Bockhorn zur Verfügung gestellt wird. Doch dieser Betrag reicht bei weitem nicht aus – dies machte der Vorstand des Seniorenbeirats in der jüngsten Sitzung des Ordnungs- und Feuerschutzausschusses deutlich.

„Wir haben jeden Monat eine Veranstaltung, laden Referenten ein, unternehmen Busfahrten, informieren und helfen. Teilweise fahren wir mit den Älteren mit zu den Ämtern. Wir kommen mit dem Geld nicht hin“, fasste der Vorsitzende Michael Horeis zusammen. Steffan Wemcken, ebenfalls Vorstandsmitglied, ergänzt: „Mit dem Budget von 500 Euro betreuen wir in der Spitze 50 Seniorinnen und Senioren. Wir möchten aber alle erreichen.“ Doch wie viel braucht man? Wemcken dazu: „Zwischen 2500 bis 3000 Euro pro Jahr. Dann könnten wir agieren, statt nur die Arbeit zu verwalten.“

Mitglieder überrascht

Die Ausschussmitglieder nahmen Stellung: So zeigte sich Hajo Schepker (Grüne-Linke) über die Forderung überrascht. „Wir beim SoVD leisten ebenfalls Seniorenarbeit. Die Senioren geben allerdings ihrerseits einen entsprechenden Beitrag dazu. Ich verstehe nicht, dass dies beim Seniorenbeirat nicht möglich sein soll.“ Bernd Hannstein (PFF) riet, für das nächste Jahr Buch zu führen, um den genauen Bedarf zu ermitteln und mögliche Sponsoren anzuwerben. Jens Franzen (SPD) verwies auf Fördermöglichkeiten. Und auf eine bessere Nachvollziehbarkeit der anfallenden Kosten drang Doris Meinen (CDU). „Die Referenten kosten viel Geld, ebenso Sicherheitstrainings und das Mieten der Busse“, erklärte daraufhin Michael Horeis. „In erster Linie sehe ich den Seniorenbeirat als verlängerten Arm der Gemeinde und als Sprachrohr der Älteren“, erwiderte Doris Meinen. „Wir müssen den Senioren aber auch etwas bieten“, hielt dem Michael Horeis entgegen.

250 Euro mehr

Bürgermeister Thorsten Krettek lobte den Einsatz des Seniorenbeirats, machte jedoch deutlich, dass etliche Aktionen weit über die Satzung des Beirats hinausgehen: „In erster Linie geht es darum, zu helfen und Ansprechpartner zwischen Senioren, Gemeinde und Verwaltung zu sein.“ Es gebe also einen Beratungs-Schwerpunkt.

Christa Hoppenheit (UWG) erinnerte außerdem daran, dass die Gemeinde die Seniorenbeiratswahl zusammen mit der Kommunalwahl organisiert, dem Gremium im Bürger-Huus Räumlichkeiten sowie ein Budget von 500 Euro zur Verfügung gestellt habe: „3000 Euro ist schon eine enorme Summe, auch angesichts der angespannten Haushaltslage.“


Vorstand trat zurück

Mitstreiter gesucht

Der Seniorenbeirat Bockhorn ist noch auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitstreitern, die mithelfen wollen.

Wer sich für diese Arbeit interessiert, kann sich bei Hannelore Ohleff unter Tel. 0171/6011521 oder Michael Horeis unter Tel. 04452/5374590 melden.

Rund 2600 Senioren im Gemeindegebiet anzusprechen, das würde den finanziellen Rahmen sprengen, erklärte daraufhin Jörn Lubitz (CDU): „Allerdings sollten wir uns heute auf eine Summe festlegen, die wir als Erhöhung anbieten können.“ Die CDU-Fraktion sprach sich für 750 Euro als jährliches Budget aus, ebenso die UWG-Fraktion. Der Ausschuss votierte schließlich einstimmig für eine Erhöhung um 250 Euro.

Mit dem Ergebnis zeigte sich der Vorstand des Seniorenbeirats nicht einverstanden. „In diesem Fall tritt der gesamte Vorstand geschlossen zurück, so lässt sich keine Beiratsarbeit leisten“, monierte Michael Horeis.

Er zeigte sich zudem ungehalten über die Aussage der Gemeindefinanzbuchhaltung im Verlauf der Sitzung, dass die Mittel für den Beirat weder in diesem Jahr noch im vergangenen voll ausgeschöpft wurden: „Das höre ich heute zum ersten Mal. Wir haben unsere Mittel überbeansprucht und sind weit über dem, was wir als Grundlage finanziell zur Verfügung stehen haben. Das kann so nicht sein.“

Einen Tag nach der Sitzung erklärte Steffan Wemcken seinen Rücktritt aus dem Seniorenbeirat gegenüber Bürgermeister und unserer Redaktion. In der Stellungnahme von ihm heißt es: „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass das Instrument ‚Seniorenbeirat‘ ein Alibidasein fristet und die Gemeinde sich damit schmückt. Ein ernsthaftes Interesse, uns bei unserer nicht einfachen Aufgabe ehrlich zu unterstützen, sehe ich nicht.“

So geht es weiter

Hannelore Ohleff sowie Michael und Maren Horeis wollen nach einem am Mittwochvormittag erfolgten Gespräch mit Bürgermeister Thorsten Krettek die Arbeit als Seniorenbeirat fortführen – vorerst, wie Michael Horeis auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt: „Der Bürgermeister hat uns Unterstützung zugesagt, ein weiteres Gespräch mit der Verwaltung ist für kommende Woche geplant.“ Steffan Wemcken hingegen bleibt bei seiner Entscheidung: „Ich werde die bei mir jetzt freigewordene Ressource außerhalb politisch motivierter Menschen einsetzen, aber weiter für die Zielgruppe engagiert bleiben.“

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