Osterforde - „Man kann nichts perfektionieren, was man schon perfekt findet“, antwortet die neue Leiterin des Senioren- und Pflegeheimes in Osterforde, Marietta Goldapp auf die Frage, was sie an er Einrichtung in der Gemeinde Bockhorn verändern möchte.
Es ist deutlich: Die 51-jährige Edewechterin habe ihren Traumjob gefunden: „Ich stehe jeden Morgen auf und sage mir: Ja, endlich zur Arbeit“, sagt Goldapp sichtlich zufrieden. Zum Jahresbeginn hat die frischgebackene Leiterin ihren Schreibtisch bezogen.
Viel Erfahrung
„Ich hab klein angefangen als Pflegehelferin, dann mein staatlich anerkanntes Examen gemacht und als Pflegedienstleiterin gearbeitet. Danach war ich zehn Jahre als Einrichtungsleitung tätig, aber für einen Konzern.“ Dass sie jetzt für eine eigenständige Einrichtung arbeitet, ist für die 51-Jährige besonders schön: „Ich finde es toll, dass es nicht nur ums Geld geht, sondern um die Menschen.“
Auch der stellvertretende Leiter des Aufsichtsrats, Rainer Brunken, der das Haus seit 25 Jahren begleitet, zeigt sich erfreut über die neue Leitung: „Wir sind wirklich froh, dass wir Marietta Goldapp gefunden haben. Ausschlaggebend war ihr souveränes Auftreten, ihre Ausbildung und ihre Lust auf dieses Haus“, resümiert Brunken das Bewerbungsgespräch.
Gleiche Werte
Viel Verändern am Alltag des Senioren- und Pflegeheimes Osterforde möchte Goldapp aber nicht: „Ich stehe für die gleichen Werte wie auch Uwe Lührs“, betont die 51-jährige. Ihre Ziele definiert sie klar und deutlich: Die Zufriedenheit der Bewohner sowie die der Mitarbeiter halten. Ausbauen möchte Goldapp unter anderem den Social-Media-Auftritt der Einrichtung sowie das Marketing. Dies sei besonders für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Bewohnerinnen und Bewohner interessant, erklärt Goldapp.
Das Senioren- und Pflegeheim Osterforde umfasst ein 24 000 Quadratmeter großes Grundstück, 82 Einzelzimmer und fünf Doppelzimmer. Rund 85 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten für die Einrichtung.
Bewegte Jahre
Der ehemalige Leiter Uwe Lührs verabschiedet sich nach 43 Jahren in den Ruhestand. Blickt er zurück, bleibt ihm besonders die Umbruchzeit um 1998 im Gedächtnis. Damals war die Einrichtung noch ein Krankenhaus mit eingegliederten Pflegeheim. Dann kam die Entscheidung, das Krankenhaus zu schließen und die Einrichtung nach einem neunmonatigen Umbau allein als Senioren- und Pflegeheim zu betreiben. „Das waren wilde Jahre, aber wir haben damals die richtige Entscheidung getroffen“, erinnert sich Lührs.
Noch heute bewerkstelligt das Team des Senioren- und Pflegeheimes in Osterforde einen Großteil der anfallenden Arbeiten vor Ort. „Bis auf den Caterer, die Gebäudereinigung und teilweise die Wäscherei, machen wir alles selbst“, sagt Lührs.
Ein wenig bleibt der ehemalige Leiter aber erhalten: „Ich arbeite die neue Kollegin ein und stehe dem Aufsichtsrat beratend zur Seite.“ Für die Gestaltung seiner neu erworbenen Freizeit hat der 65-Jährige viele Ideen: „Mein 3500 Quadratmeter großer Garten in unmittelbarer Nähe, das Motorrad, Tennis – ich habe einige Hobbys.“ Für den Fall, dass das Seniorenheim seine langjährige Erfahrung braucht, sei er aber nicht weit weg. Lührs wohnt in unmittelbarer Nähe zur Einrichtung. „Wenn irgendwas ist, komme ich schnell vorbei“, sagt er mit einem Augenzwinkern.
