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Bündnis gegen Böller in Dangast „Raketen und Knaller sind hier fehl am Platz“

Leuchtende Drohnen flogen jüngst bei einer Drohnenshow der Deutschen Umwelthilfe über einem Stadion. Die Show sollte zeigen, welche Alternativen es zu Feuerwerk an Silvester gibt.

Leuchtende Drohnen flogen jüngst bei einer Drohnenshow der Deutschen Umwelthilfe über einem Stadion. Die Show sollte zeigen, welche Alternativen es zu Feuerwerk an Silvester gibt.

Monika Skolimowska/dpa-Symbolbild

Dangast - „Böllerknall am Wattenmeer? Das will heute niemand mehr!“ – unter diesem Motto appellieren Vertreter verschiedener Einrichtungen und Verbände im Nordseebad Dangast auch in diesem Jahr an die Silvestergäste, auf das Zünden von Böllern und Raketen zum Jahreswechsel zu verzichten. Auf Initiative der Akademie Dangast beteiligen sich unter anderem der Tourismus- Service, das Nationalpark-Haus, der Kurverein Dangast und auch die Stadt Varel an dem Appell.

Rücksicht auf Tiere und Natur nehmen

Grund: Pyrotechnik und Feuerwerk bringen viele Probleme mit sich, besonders bei Verwendung in der Naturlandschaft. Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist der Gebrauch ohnehin streng verboten, doch auch im angrenzenden Gebiet sollte mit Rücksicht auf Tiere und Natur auf Böller und Co. unbedingt verzichtet werden, mahnen die Verantwortlichen. „Die Knalleffekte der Böller direkt an einem der weltweit wichtigsten Ökosysteme stellt eine besonders gravierende und nachhaltig wirkende Gefahr für die momentan dort rastenden Vögel dar“, erläutert Lars Klein, Leiter des Nationalpark-Hauses in Dangast. „Der Knall kann durch Stresseffekte direkt tödlich wirken oder er vertreibt die Tiere oft über Jahre aus den angrenzenden Nahrungsbereichen. Betroffen sind momentan unter anderem die zahlreichen Großen Brachvögel, Säbelschnäbler, Rotschenkel, Brandenten und viele weitere“, sagt Lars Klein.

Viel Abfall

Eine weitere vermeidbare Belastung ist der Abfall, der durch Feuerwerk hinterlassen wird, wissen die Vertreter der Initiative. Ob auf Wiesen, Felder, am Deich oder sogar am Strand: Die oft kleinteiligen Reste von Böllern und Raketen bleiben vielfach in der Natur, werden fortgeweht und gelangen so häufig auch in die Nordsee, wo sie eine Gefahr für Tiere und Organismen darstellen. „An den Küsten und auf Deichen auf das Abbrennen von Feuerwerk zu verzichten, das gebietet schon der gesunde Menschenverstand“, sagt deshalb der Vareler Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. Er ist zugleich Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste, die sich dafür einsetzt, schädliche Einflüsse vom Wattenmeer fernzuhalten. Bei jeder Form von Feuerwerk seien die vielen negativen Auswirkungen auf die Umwelt offensichtlich, so Wagner: „Lärm, Feinstaub, Abfall – das alles hat in unserer Landschaft nichts zu suchen, schon gar nicht in unmittelbarer Nähe zu einem weltweit einmaligen Ökosystem.“

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Raketen sind hier fehl am Platz

Viele Gäste kommen in der Silvesternacht gezielt nach Dangast, um das neue Jahr mit einem Blick über den Jadebusen zu beginnen. Nicht wenige Gäste suchen bei uns gerade an den Feiertagen Ruhe und Zuflucht vor dem Großstadttrubel. Und wer im kalten Winter an die Küste reist, tut das oft auch mit einer besonderen Leidenschaft für Natur und Landschaft“, ergänzt Kurdirektor Johann Taddigs, „da sind Knaller und Raketen schlicht fehl am Platz.“


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Dankbar für Bündnis gegen Böller

Dieser Meinung ist man auch im Vorstand des Kurvereins: „Über die genannten Argumente hinaus gilt ohnehin das grundsätzliche Verbot, in bestimmten Umgebungen Pyrotechnik zu zünden. Hierzu zählen etwa Kinder- und Erholungsheime (Friesenhörn-Klinik Dangast) sowie Fachwerk- und Reetdachhäuser, von denen es in Dangast einige gibt“, sagt Ulrike Hoffmann als Vorsitzende des Kurvereins Dangast. „Viele der Gäste in Dangast haben darüber hinaus Hunde dabei, die ebenfalls unter der Böllerei leiden.“

Frank Klimmeck als Vorsitzender der Akademie Dangast ist dankbar für das breite Bündnis gegen das Böllern am Wattenmeer. Dangast mit seiner Historie als Künstler- und Fischerdorf und seiner Bedeutung als Nordseebad sei nicht der richtige Ort, um es im Sinne des Wortes krachen zu lassen, so Klimmeck.

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