Jeverland - KRAWUM. Wieder explodiert lautstark ein Böller. Rauchschwaden ziehen über die Straße Von-Thünen–Ufer in Jever. Dann steigen bunte Raketen in die Luft. – Laut und gut gelaunt sind die Menschen in Jever in der Nacht von Samstag auf Sonntag in das Jahr 2023 gestartet. Schon kurz vor Mitternacht zündeten die ersten Raketen und Feuerwerkskracher am Alten Markt und auf dem Parkplatz vor dem Schloss. Verhaltene Stimmung? Davon war hier nichts zu spüren. „Ich habe noch nie so ein lautes Feuerwerk gehört“, bestätigte auch Jeveranerin Diane Hinrichs, die mit Familie und Freunden ins neue Jahr feierte, „Ich freue mich, das wieder erleben zu dürfen.“
Feuerwerk Begeistert
Bis weit nach Mitternacht dauerte das Feuerwerk in Jever an. Doch auch vor dem Jahreswechsel war die Stimmung gut. Piet (8), Ella (7) und Erik (3) vertrieben sich die Zeit bis Mitternacht bei leckerem Essen, Bleigießen und mit Spielen. Während es der dreijährige Erik allerdings nur bis circa 22 Uhr schaffte, seine Augen offen zu halten, war besonders Piet vom Feuerwerk um Mitternacht hellauf begeistert.
Bei Helmut und Anke Casper, ebenfalls aus Jever, gab es am Abend Fondue zu essen. Am Nachmittag verbrachten sie die Zeit im Laboratorium Oldenburg. Dort wurde die Krimikomödie „Ein tödliches Geheimnis“ aufgeführt.
Erleuchtete die Deichlinie im Wanderland: Zahlreiche Besucher folgten der Einladung der Wangerland Touristik.
Christian Stankovic
Seit fast 50 Jahren treffen sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Cleverns zum Neujahrsumtrunk. „Unsere Mitglieder haben wohl tüchtig und lang gefeiert“ meinte Ortsbrandmeister Philipp Köhler. Denn erst nach und nach füllte sich der Unterrichtsraum der Feuerwehr. Bis 1972 tagte hier der Rat der Altgemeinde Cleverns-Sandel. Auch zu der Zeit wurde Grog zur letzten Ratsitzung im Dezember in diesem Raum getrunken
Dietmar Reck
Fieberten auf Mitternacht hin: (von links) Ella (7), Erik (3) und Piet (8)
Privat
Gute Laune: Beim Wangerländer Deichleuchten erleuchteten Besucher die Deichlinie mit Fackeln, großen Wunderkerzen oder Laternen.
Svenja Gabriel-Jürgens
Prosit Neujahr: (von links) Hauke Abels, Diane Hinrichs, Fynn Hinrichs und Christina Dannemann hatten ein so lautes Feuerwerk bisher noch nicht erlebt.
Svenja Gabriel-Jürgens
Feierten zum ersten Mal Silvester in Jever: (von links) Zanko Khedri, Solin Ahadi, Soma Rira, Sahar Ahadi und Omid Ahadi
Svenja Gabriel-Jürgens
Feuerwerk: In Jever wurde bis weit nach Mitternacht geböllert.
Svenja Gabriel-Jürgens
Bei lecker Speis und Trank: Auch im Inselviertel in Schortens wurde gefeiert.
PrivatRuhiger als in Jever ging es zum Jahreswechsel beim Wangerländer Deichleuchten zu. Hier sollte ganz ohne Böller und Feuerwerkskörper das neue Jahr begrüßt werden. Zahlreiche Besucher beleuchteten die 30 Kilometer lange Deichlinie mit über 1000 Wachsfackeln, Laternen, Lichterketten, Taschenlampen, leuchtenden Partyhüten oder aufwendig geschmückten Regenschirme.
Die ersten Gäste lockte es bereits gegen 23 Uhr zu den drei Hauptstandorten in Hooksiel, Horumersiel und Schillig. Bei Glühwein und Punsch sicherten sie sich einen guten Platz auf der Deichlinie und erwarteten gut gelaunt den Jahreswechsel.
Deichleuchten
„Die Kreativität und die Freude der Teilnehmenden haben bei uns für Gänsehaut gesorgt“, berichtete Larissa Strangmann, Marketingleiterin der Wangerland Touristik. Auch insgesamt zeigt sich die Wangerland Touristik als Initiator sehr zufrieden, auch wenn an den Deichen doch noch vereinzelt geböllert wurde.
„Natürlich haben wir uns insgeheim gewünscht, dass schon zum Auftakt des Deichleuchtens gänzlich auf Feuerwerk verzichtet wird, aber uns war bewusst, dass dieses Ziel im ersten Jahr überambitioniert ist“, erklärt Armin Kanning, Geschäftsführer der Wangerland Touristik. Daher sei die Auftaktveranstaltung immer als Initialzündung für eine neue Tradition verstanden worden, für die es nun Hausaufgaben, wie die gemeindeseitige Einführung eines offiziellen Verbotes von Feuerwerk, zu machen gilt.
Polizeieinsätze
Die Polizei teilte am Sonntagmorgen mit, dass es silvestertypisch an verschiedenen Orten im Jeverland zu Streitigkeiten und Körperverletzungsdelikten kam. Insgesamt könne der Jahreswechsel aber eher als ruhig bezeichnet werden.
