Varel - Von 80 Nutzern im Juni bis knapp 700 Nutzern im November: Die Dorffunk-App, die seit Mai verfügbar ist und alle Vareler digital miteinander vernetzen soll, erlebt gerade einen großen Wachstumsschub. Innerhalb der Vareler Bevölkerung gehen die Meinungen derweil auseinander, wie nützlich und sinnvoll die App ist.
Janita Budde-Frerichs von der Agenda Varel ist eine Nutzerin „der ersten Stunde“. Von Beginn an haben sie und ihre Kollegen aktiv mitgewirkt. Sie ist mit der Entwicklung der App sehr zufrieden. „Dorffunk hat hier mittlerweile einen großen Wirkungsgrad“, sagt sie, „gerade weil die Infos ungefiltert auf das Handy der Nutzer kommt.“ Da sich auch die Stadt beteiligt, erfahre sie nun viel mehr Themen aus dem Rathaus. In Varel werde viel angeboten, so Budde-Frerichs, und die App sorge dafür, dass einem nichts entgeht. Sie selbst habe mit der Agenda bereits die Gruppe „Ehrenamtstauschbörse“ eingerichtet und hofft, dass sich hier Vereine und freiwillige Gruppen gegenseitig unterstützen können.
Auch Lothar Macht freut sich über die App und schaut dort regelmäßig hinein. Da er ehrenamtlich und sozial tätig ist, habe er immer schon davon geträumt, dass es sowas in Varel gibt. Sowohl die Informationen über neueste Veranstaltungen als auch Mitteilungen aus Stadtsitzungen erregen sein Interesse. „Andere soziale Medien sind mir zu weitläufig, öffentlich, groß und unsicher“, sagt Macht.
Zu den bekannten dieser sozialen Medien gehört Facebook, wo die Gruppe „Du bist Vareler, wenn...“ über 11.000 registrierte Nutzer fasst. Auf Anfrage wird deutlich, dass viele von der App noch nicht gehört haben. Andere finden sie überflüssig, weil sie ausreichend Informationen über Facebook erhalten. Auch für Martin Veh stellt die App keinerlei Mehrwert dar. Auf Facebook gebe es viel Hass, doch auch in der Dorffunk-App könne es mal zu dummen und fiesen Kommentaren kommen. „Vor dem Bildschirm fühlen sich viele Leute groß.“ Gerd Busch dagegen verzichtet bewusst auf die Dorffunk-App, um keine weitere App nutzen zu müssen, die dann über seine Daten verfügt. Generell geben viele Nutzer an, möglichst wenige Apps besitzen zu wollen und fühlen sich durch Vareler Facebook-Gruppe bereits gut vernetzt.
