Horumersiel - Heinz Muth braucht nur fünf Würfe mit dem Würfel – dann liegen zwei Sechsen auf dem Tisch. Der Jubel ist groß über den Glücksfall, und als Belohnung nimmt der Horumersieler eine frisch geräucherte Forelle in Empfang. Kurt Brandeburg, Petra Kneib und Ralf Kappus laden zum Forellenknobeln ein. Drei Würfe kosten einen Euro; und mancher Gast probierte es immer wieder ohne Glück. „Eben war ein kleines Mädchen da und hat gleich zwei Sechsen geworfen“, erzählt Petra Kneib. „Dann wollten auch die anderen aus der Gruppe, aber da hat es nicht geklappt –man steckt einfach nicht drin.“

Frank Hensel vom Orga-Team des Sielfests mit (v.l.) Laura, Joline und Karen. Foto: Christoph Kiefer

Frank Hensel vom Orga-Team des Sielfests mit (v.l.) Laura, Joline und Karen. Foto: Christoph Kiefer

In diesem Jahr liegen bei der Sielortfete in Horumersiel Forellen bereit zum Knobelspaß, keine Aale wie in den Vorjahren – „denn die Bestände müssen geschont werden“, sagt Kurt Brandenburg. Wenige Meter weiter steht Frank Hensel im Getränkestand. Der Event-Caterer aus Wangerland ist einer der Organisatoren der dreitägigen Sielortfete, die als kulturelles Großereignis für den Ort gilt. „Wir waren mit dem Start der Veranstaltung zufrieden“, sagt Hensel. Traditionell wird die Sielortfete am verlängerten Fronleichnam-Wochenende gefeiert, „und das war in diesem Jahr sehr früh“. Trotzdem passt das Wetter; es ist nicht zu heiß. Die Veranstalter hoffen, dass die viele Mühe bei der Vorbereitung durch guten Besuch belohnt wird.

Der Vorsitzende der Segelkameradschaft Horumersiel, Heiko Müller (li.) und Regattawart Alexander Euken, freuen sich über den guten Verlauf der 55. Horum-Regatta. Foto: Christoph Kiefer

Der Vorsitzende der Segelkameradschaft Horumersiel, Heiko Müller (li.) und Regattawart Alexander Euken, freuen sich über den guten Verlauf der 55. Horum-Regatta. Foto: Christoph Kiefer

Am Sonntag eröffnet ein ökumenischer Gottesdienst an der Bühne den Tag im Dorfkern; daran schloss sich ein Auftritt der „Likedeeler“ an – der Shanty-Chor aus Horumersiel tritt seit mehr als 50 Jahren auf.

Ein Höhepunkt am Nachmittag war eine Versteigerung. Auktionator Wieland Rosenboom brachte ausrangierte Strandkörbe an den Mann und die Frau. Ein Kunsthandwerkermarkt, eine kleine Oldtimer-Ausstellung und Jahrmarkt-Treiben bereicherten das ohnehin dichte Programm weiter.

Besonders froh ist Mitorganisator Hensel über die Bundeswehr, die in diesem Jahr besonders viele Geräte und Ausrüstung ausstellt. Aufmerksam betrachten die Besucher Waffen und gepanzerter Fahrzeuge aus nächster Nähe. Auch das Flugfeld-Löschfahrzeug der Bundeswehr ist ein Hingucker. Das Küstenwachboot 19, das Heimboot der Marinekameradschaft Horumersiel, hat geöffnet. Die Kameraden freuen sich über das rege Interesse an ihrem ungewöhnlichen Vereinsheim.

Parallel zur Sielortfete trägt die Segekameradschaft Horumersiel in diesem Jahr ihre traditionelle Horum-Regatta aus. „Unser Termin ist zwei Wochen nach Pfingsten“, erklärt Vorsitzender Heiko Müller. „Das ist nicht selten das Wochenende, an dem auch Sielfest gefeiert wird – aber nicht immer.“ In diesem Jahr waren 57 Boote gemeldet; etwas weniger als im vergangenen Jahr, aber die Zahl liegt im Schnitt der vergangenen Jahre. „Wir hatten zunächst hartnäckigen Seenebel“, sagt Regattawart Alexander Euken, „es war nicht ganz so leicht für die Boote“. Später habe sich die Sonne durchgesetzt. Die Veranstaltung sei ohne Zwischenfälle und gut verlaufen. Gegen Abend sitzen die Seglerinnen und Segler im Hafen in der Sonne – eine wunderbare Atmosphäre am Wasser neben den zahlreichen Booten.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)