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Schwarz-Grün in Schortens gegen weitere Förderprogramm Keine Zuschüsse für Solarstrom vom Balkon

Sogar Mieter können auf dem Balkon Solarstrom erzeugen - mit solchen Paneelen mit gewöhnlichem Schuko-Stecker.

Sogar Mieter können auf dem Balkon Solarstrom erzeugen - mit solchen Paneelen mit gewöhnlichem Schuko-Stecker.

dpa

Schortens - Balkonkraftwerke sind in Zeiten explodierender Energiepreise und der Angst vor Stromengpässen oder gar einem längeren Stromausfall für viele Hausbesitzer das Objekt der Begierde. Auch Janto Just von den Freien Bürgern hält die Anschaffung für richtig und wichtig und hat mit einem Antrag im Bau- und Umweltausschuss jetzt dafür geworben, dass die Stadt Schortens ihren Bürgern die Kaufentscheidung durch einen Zuschussbetrag erleichtert.

Doch die neue Mehrheit von CDU und Grünen lehnte Justs Ansinnen ab. Nicht etwa, weil Schwarz-Grün Balkon-Solaranlage für eine schlechte Sache hielte, sondern weil man in Zeiten einer eben auch hochproblematischen kommunalen Kassenlage nicht noch mehr nicht vorhandenes Geld verteilen will, so Ingbert Grimpe (Grüne). Aktuell gehe es darum, in dem für 2023 vorgelegten Haushalt mit einem Minus von rund 1,5 Millionen Euro dringend Einsparmöglichkeiten zu finden und nicht noch mehr freiwillige Ausgaben obendrauf zu packen.

Wann es sich (nicht) lohnt

Balkon-Solar lohnt sich – aus heutiger Sicht – nach etwa sechs bis acht Jahren, abhängig natürlich vom individuellem Energieverbrauch, der Entwicklung der Strompreise und der Ausrichtung der Anlage am Haus. Wer heute schon wenig Geld hat, der gibt dafür keine 1000 bis 1500 Euro aus, auch wenn es dafür einen kleinen Zuschuss von der Stadt gebe, ist Grimpe überzeugt. „So eine Anlage schaffen sich vor allem Leute an, die sich das leisten können und die eine Förderung einfach nur als warmen Regen mitnehmen.“ Und wenn die Förderung dann auch noch nach dem „Windhund-Prinzip“ verteilt werde, dann haben diejenigen, die dank Zuschuss vielleicht doch darüber nachdenken, eher nichts davon. „Dann greifen die Zuschüsse diejenigen ab, die ihr Balkonkraftwerk schon durchgeplant haben und kurz vor dem Abschluss stehen“, sagt Grimpe. Er kritisierte auch Justs Idee, mit einem Zuschuss vor allem Mieter zu begünstigen, die am Balkon ihrer Mietwohnung solche ein Solar-Panel installieren. „Was ist, wenn die umziehen? Können oder dürfen die das Panel dann mitnehmen an ihren neuen Wohnort?“

Wer den Markt beobachte, stelle zudem fest, dass die Balkon-Solaranlagen wegen der großen Nachfrage zur Zeit extrem teuer geworden sind. Sinnvoller sei es daher, abzuwarten bis sich die Preise wieder normalisiert haben. „Dann zahlt man vermutlich weniger, als würde man jetzt eine bezuschusste Anlage für viel Geld kaufen“, so der Grünen-Ratsherr.

Just lässt nicht locker

Argumente, die Janto Just so nicht stehen lassen will. Balkonkraftwerke seien eine „Jedermanns-Möglichkeit“, mit einer relativ kleinen Investition, sich von fossiler Energie ein Stück weit unabhängig zu machen. Vor allem sind sie eine Möglichkeit für Mieter, die weder über eigenen Dachflächen, noch über größere Mittel für Investitionen in regenerative Energien verfügen, auf der Produzentenseite einmal von finanziellen Vorteilen der Energiewende zu profitieren. Als Verbraucher kommen sie sonst immer nur für die Mehrkosten und für die Förderung anderer auf.


Just hat bereits angekündigt, seinen Antrag auf öffentliche Bezuschussung von Balkon-Solaranlagen für die Ratssitzung im Dezember nochmals einzubringen.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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