Moorwinkelsdamm - Doppelt für mächtig Furore gesorgt haben auf der internationalen Motorsport-Bühne zwei große Speedway-Talente des MSC Moorwinkelsdamm. So rasten die beiden formstarken „Moordüwels“ sowohl bei den Welt- als auch tags darauf bei den Europameisterschaften der Junioren im tschechischen Pardubice in der 125-ccm-Klasse auf das Siegerpodest.
Bei der „FIM Track Racing Youth Gold Trophy“, die in diesem Jahr ursprünglich in der Ukraine ausgefahren werden sollte, wurde Lester Matthijssen unter 16 Fahrern Vize-Weltmeister vor seinem Clubkameraden Thies Schweer, der damit überraschend Bronze holte. Noch besser lief es nur 24 Stunden später für die beiden tollkühnen Youngster aus dem friesischen Rennstall. Beim „FIM European Individual Track Race“ holte sich Lester Matthijssen unter 24 Startern den begehrten EM-Titel vor seinem Kumpel Thies Schweer.
Mega Leistung
„Die Jungs sind einfach mega!“, betonte der MSCM-Vorsitzende Jochen Rädiker hochzufrieden. „Man kann diese Erfolge kaum in Worte fassen“, ergänzte Vereinskamerad Andreas Finger.
Doch von vorn: Auf der traditionsreichen Speedwaybahn in Pardubice hatte sich das erfolgreiche MSCM-Duo schon im ersten Training ein gutes Gefühl für das nervenaufreibende Renn-Wochenende geholt. „Es war schnell zu sehen, dass dort für die beiden was gehen könnte“, blickt Thies’ Vater Uli Schweer zurück: „Eine breite, tiefe Bahn mit langen Geraden und großen Radien – so mag Thies es besonders gern. Und Lester kam auch schnell gut zurecht.“ So sei das Training mit der richtigen Übersetzung und einem gut abgestimmten neuen Methanol-Motor sehr positiv beendet worden.
Nur eine Woche vor der WM und EM hatte die seit geraumer Zeit intensivierte Jugendarbeit den MSCM weitere Früchte getragen. Hatten doch ebenfalls zwei Moorwinkelsdammer Nachwuchshoffnungen allen Grund zum Jubeln. So sicherten sich bei der Meisterschaft der Deutschen Motorsport-Jugend (DMSJ) in Dohren sowohl Elyas Dirksen bei den Junioren A als auch Lester Matthijssen bei den Junioren B jeweils mit der maximalen Punktzahl eindrucksvoll den DM-Titel. Thies Schweer wurde in der Junioren-B-Klasse Vierter, während sich bei den Junioren C Levin Cording die Vizemeisterschaft holte und Mika-Fynn Janßen den achten Platz belegte.
Im Kampf um den WM-Titel galt es, fünf Läufe zu absolvieren und dabei so viele Punkte wie möglich zu erkämpfen. Dabei kam es auf der Bahn zu keinem direkten Duell der Moorwinkelsdammer. Während sich Matthijssen in der Endabrechnung mit 14 Punkten nur hauchdünn dem Polen Maksimilian Pawelczak (15 Zähler) geschlagen geben musste, machte es Thies Schweer bei der Medaillenjagd unfreiwillig spannender.
Starke Nerven
Nach Siegen (verbunden mit jeweils drei Punkten) in seinen ersten beiden Läufen starb im dritten Lauf der Motor direkt beim Start ab – null Punkte. Doch der Zeteler behielt die Nerven, kam am Ende noch auf zwölf Zähler und war punktgleich mit einem ukrainischen Fahrer. Somit musste ein Stechen die Entscheidung über den Bronzerang bringen.
Obwohl Schweer bei der Auslosung den schlechteren äußeren Startplatz erwischte und nach dem Hochschnellen des Startbandes etwas langsamer wegkam als sein Kontrahent, zeigte der Zeteler sein ganz fahrerisches Können.
Um Haaresbreite
„Thies schob sich nach der ersten Kurve auf der Geraden um Haaresbreite, flach auf dem Moped, außen knapp am Ukrainer vorbei und konnte in der folgenden Kurve mehr und mehr an Metern gutmachen“, freut sich Uli Schweer: „Und nach drei Runden war die Sensation bei seiner WM-Premiere perfekt.“
Bei der EM tags darauf waren 24 Fahrer, aufgeteilt in zwei Gruppen, im Einsatz. Dabei fuhren die beiden Moorwinkelsdammer wieder getrennt und konnten sich somit nicht untereinander die Punkte wegnehmen.
Schweer gewann drei von vier Vorläufen und qualifizierte sich damit ebenso als einer der beiden Gruppenbesten für das Finale wie Matthijssen. „Und als ob die beiden Freunde einen Lauf in der Talents Team Trophy fahren würden, starteten sie beide blitzschnell und hatten dort gleich die Nase vorn“, erklärt Uli Schweer: „Lester setzte sich etwas ab, während Thies nach hinten dicht machte. Doppelsieg Deutschland, Doppelsieg Moorwinkelsdamm, Doppelsieg Moordüwels. Was ein verrücktes Wochenende!“
