Varel - Einmal mehr hat der frohsinnige friesische Erfindergeist im Winterhalbjahr zugeschlagen und skurrilste Neuerungen hervorgebracht. Die Saisoneröffnung des Kuriositätenmuseums Spijöök wurde am Sonntag mit einer Erfindermesse und Fischerspielen am Vareler Hafen gefeiert. Der Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung war dabei für viele das legendäre Fischerspiel.
Ins Hafenbecken gestürzt
Ein Spiel aus dem 16. Jahrhundert, das die Herzen höherschlagen lässt: Das Ziel ist es, über einen mit Schmierseife präparierten runden Balken zu balancieren und dabei einen kleinen Vareler Drachenfisch, der am Ende des Balkens befestigt ist, trockenen Fußes an Land zu bringen. Moderiert von niemand geringerem als Museumsdirektor Iko Chmielewski, probierten sich über 15 Wagemutige mit speziellen Geh- und Balanciertechniken an dieses Abenteuer – leider ohne Erfolg. Ein Kandidat nach dem anderen stürzte ins Hafenbecken, begleitet vom anerkennenden Klatschen der Zuschauer. Als Belohnung für ihren Mut servierte der Dangaster Kuhverwalter Rudolf Behrens den Gefallenen selbstgebackenen Kuchen.
Diesmal gab es einen Halbgewinner beim Spijöök-Fischereispiel: Gustav hatte bei seinem Reinfall den Fisch schon in der Hand. Foto: Gösta Berwing
Gösta Berwing
Die Fischereispiele waren einer der Höhepunkte beim Saisonstart des Spijöök Kuriosiätenmuseums in Varel. Foto: Gösta Berwing
Gösta BerwingSolar-Hammer
Auf der Erfindermesse zur Saisoneröffnung konnte das Team um Museumsdirektor Chmielewski Schöpfungen der vergangen Monate präsentieren – unter schallendem Lachen der Besucher.
Mit einem Wissensbeschleuniger, mit natürlichen Rohstoffen durch eine sanfte alkoholische Vergärung entstanden, gelang es dem Museumsteam, einige herrlich unpraktische Erfindungen zu erschaffen. Allen voran die bahnbrechende Elektro-Hammer-Kollektion, bei der das altbekannte Werkzeug mit Solarenergie und Akku aufgerüstet wurde. „Ja, der Hammer bleibt ein Hammer, aber wir schlagen uns damit gekonnt in die Herzen der Energiewende“, verkünden die Spijöökianer enthusiastisch.
Die Seemänner Gerald, Iko und Panne (von links) präsentierten die neusten Erfindungen. Foto: Gösta Berwing
Fantastische Idee, aber nutzlos
Aber das war noch nicht alles: Ein Stein mit USB und Bluetooth ausgestattet? Ein Brettspiel aus kleinen Latten gebastelt? „Fantastische Ideen, leider völlig unbrauchbar“, sagt Besucher Ewald Wilken aus Westerstede zu den Erfindungen. Aber wer braucht schon Nutzen, wenn man Spaß haben kann?
Diese und viele weitere skurrile Errungenschaften können ab sofort wieder jeden Samstag und Sonntag von 15 bis 17 Uhr im Kuriositätenmuseum (Kohlhofsweg 5c) in Varel bestaunt werden. Für Gruppen ab zehn Personen stehen außerhalb der regulären Öffnungszeiten individuelle Führungen bereit. Anmeldungen sind unter Tel. 04451/4488 möglich. Übrigens, beim Spijöök ist noch eine Stelle frei – gesucht wird ein Postbote für E-Mails.
