[SPITZMARKE]SANDE - SANDE/OBN - Sie sind die „kleinen Bürgermeister“, die Bindeglieder zwischen Bürger und Gemeinde und sie sind keineswegs ein Auslaufmodell: „Die Bezirksvorsteher in Sande sind wichtige Helfer vor Ort“, sagte Bürgermeister Josef Wesselmann jetzt bei einem gemeinsamen Abendessen, mit dem sich die Gemeinde zum Jahresabschluss bei ihren „Außendienstlern“ bedankt hat.

Acht Bezirksvorsteher hat Sande zurzeit. Die sind nicht nur zuständig für die Verteilung von Lohnsteuerkarten, Wahlbenachrichtigungen und Abgabenbescheiden oder geben Informationen aus der Verwaltung weiter, sondern sie weisen auch auf Missstände hin und geben Verbesserungsvorschläge im Rathaus ab. Ob schlechte Straßenbeleuchtung oder Straßenschäden, Ärger über zu viele Hundehäufchen oder der zu laute Rasenmäher in der Nachbarschaft – das Betätigungsfeld der Bezirksvorsteher ist groß.

„Als Bezirksvorsteher erfährt man Dinge, die oft noch nicht einmal bis ins Rathaus vorgedrungen sind“, sagt Siegfried Dieskau. 37 Jahre lang, von 1961 bis 1998, war Dieskau Bezirksvorsteher in Mariensiel. Vor acht Jahren hat dort seine Tochter Imke Tiedmers das Amt übernommen, doch Siegfried Dieskau ist als Vize weiter mit dabei..

Sandes dienstältester Bezirksvorsteher ist Dietmar Glaubitz, der in Neufeld I seit 21 Jahren im Amt ist. „Man muss kontaktfreudig sein und auf die Menschen zugehen“, sagt Glaubitz. Fast 20 Jahre lang Bezirksvorsteher von Dykhausen und Altgödens ist Hubert Zeek. Er muss muss auf einigen Höfen von Amts wegen sogar noch das Vieh zählen.

Über die Personalien der Bezirksvorsteher entscheiden die Ratsmitglieder im Verwaltungsausschuss. Zeitlich begrenzte Amtsperioden sind nicht vorgesehen: einmal ernannt, können die Bezirksvorsteher selbst über ihre Amtszeit entscheiden. Entsprechend hoch ist das Durchschnittsalter.


Keine Bezirksvorsteher hat Sande zurzeit in Cäciliengroden und Neustagödens. Hier erledigen private Zustelldienste die Aufgaben der Bezirksvorsteher. Doch das muss nicht so bleiben, meint Wesselmann: „Wenn sich Bürger bereitfinden, das Amt zu übernehmen, dann sollten wir darüber nachdenken.“