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Kirchenrestaurierung in Sillenstede Rissen und abgeplatztem Putz zu Leibe rücken

Henning Karasch
Beim Rundgang durch die restaurierungsbedürftige St.-Florian-Kirche (von links): Pastor Wolfgang Machtemes, Micaela Schweers-Sander, Hannes Griesemann, Jutta Hummel, Gerriet Gerriets (beide Gemeindekirchenrat) und Oda Griesemann.

Beim Rundgang durch die restaurierungsbedürftige St.-Florian-Kirche (von links): Pastor Wolfgang Machtemes, Micaela Schweers-Sander, Hannes Griesemann, Jutta Hummel, Gerriet Gerriets (beide Gemeindekirchenrat) und Oda Griesemann.

Henning Karasch

Sillenstede - Die 1168 erstmals erwähnte St.-Florian-Kirche in Sillenstede soll im Herbst restauriert werden. Das geht natürlich bei solch einem Baudenkmal nicht mit Materialien aus dem Baumarkt. Entsprechend teuer wird es werden, 140 000 Euro insgesamt seien veranschlagt, sagte Pastor Wolfgang Machtemes.

Micaela Schweers-Sander, Ortskuratorin Wilhelmshaven der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überreichte einen Fördervertrag über 25 000 Euro für Maurer- und Restaurierungsarbeiten dank der treuhänderischen Ursula und Hubert Rothärmel-Stiftung in der DSD.

Romanischer Bau beeindruckt

Weitere Förderung kommt von der Kirchgemeinde (25 000 Euro), der Kirchbaustiftung (10 000 Euro), der Oldenburgischen Kirche (22 000 Euro) und vom Land Niedersachsen (58 000 Euro). Die Ortskuratorin zeigte sich beeindruckt von dem romanischen Bau bei einem Rundgang mit Pastor Machtemes, den beauftragten Architekten Oda und Hannes Griesemann sowie Gemeindekirchenratsmitgliedern. Einzigartig in Niedersachsen und wegen ihres restaurierungsbedürftigen Zustands im Fokus sind die Ziborien genannten Überbauten der Nebenaltäre. „Der mittelalterliche Mensch kümmerte sich sehr um sein Seelenheil. In Sillenstede mit 60 bis 65 Familien lasen drei Priester Messen für die Menschen“, erläuterte der Pastor. Die Nebenaltäre selbst sind lange verloren. Für die Ziborien nahm man gute Backsteine nur außen, der Putz bröckelt sichtbar. Aber auch an anderen Stellen in der Apsis gibt es Schäden, wo mal etwas gegen Mauern stieß, sich Mauern gesetzt haben oder im Laufe der Jahre Putz abgeplatzt ist.

Letzte Sanierung vor 40 Jahren

Die letzte große Sanierung liege gut 40 Jahre zurück, meinte der Pastor, selbst seit 30 Jahren vor Ort. Die Ziborien habe man zuletzt 2003 mit der Kanzel gemeinsam renoviert. Statt zu streichen, werden Wände eher gereinigt. „Mit einem Staubwedel ist es schwierig, denn die Kirche ist auch für uns heute noch riesig“, führte er an.

„Wir als Architekten sind gut ausgebildete Generalisten und in diesem Falle Moderatoren. Wir arbeiten mit der Restauratorin Ina Pratesi aus Oldenburg zusammen. Für mineralische Farben etwa gibt es nur zwei Anbieter“, gab Hannes Griesemann ein Beispiel, wie kompliziert das Vorhaben ist. An die Restaurierung müsse man sensibel mit Verstand und Empathie herangehen. Es frage sich, wie weit Patina entfernt werden solle. Auf jeden Fall müsse es frei von Chemie sein. Oda Griesemann fügte an, ein großer Faktor sei der staubsichere Schutz des Altars und der Orgel, der beinahe ebenso viel Zeit in Anspruch nehme wie die Restaurierung selbst.


Bautätigen nach Orgelsommer

Der Pastor sagte, die Kostenberechnung stamme von Anfang 2022. Eine Steigerung um 10 000 Euro sei noch kein Problem. Mit eingehauster Orgel und einer luftdichten Wand ab den Ziborien werde das Gemeindeleben eingeschränkt möglich sein. Wenn der Orgelsommer verklungen ist, sollen die Bautätigkeiten starten, sodass Blasorchester Friesland und ChoryFeen ihre Adventskonzerte wieder hier aufführen können.

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