Schortens - „Zu viele Häuptlinge in der Leitungsebene“: Janto Just (Freie Bürger) hat kein gutes Haar an der neuen Organisation der Stellen und Zuständigkeiten in der Schortenser Stadtverwaltung gelassen. „Die Leitungsebene ist zu stark aufgebläht – und das gefällt mir nicht“, sagte Just in der jüngsten Ratssitzung. Er kritisierte, dass mit dem Ersten Stadtrat als Allgemeiner Vertreter bereits eine neue Stelle geschaffen wurde, gleichzeitig der Fachbereich Innerer Service, den bislang Anja Müller als Städtische Direktorin und Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters verantwortet hatte, vakant ist und noch neu besetzt werden müsse. Wer hier neuer Fachbereichsleiter oder -leiterin wird, steht noch nicht fest.

Anja Müller wurde am Ende der Ratssitzung nach bald 30 Jahren im Dienste der Gemeinde und Stadt Schortens, davon 20 Jahre in leitender Funktion, vom Rat mit stehendem Applaus verabschiedet.

Die Änderungen in der Verwaltungsorganisation treten laut mehrheitlich gefasstem Ratsbeschluss zum 1. Oktober in Kraft und beinhalten neben dem Ersten Stadtrat weitere Stabsstellen und dem Bürgermeister und Erstem Stadtrat wie bisher vier untergeordnete Fachbereiche (Innerer Service, Finanzen, Ordnung und Soziales sowie Bauen und Umwelt). Zu den Stabsstellen gehören auch die der Gleichstellungsbeauftragten, die ebenfalls schon länger unbesetzt ist, sowie die neu geschaffene Stabsstelle „Klimaschutzmanagment“. Nicht ausgeschlossen, dass diese Aufgabe auch im Zuge der forcierten interkommunalen Zusammenarbeit erledigt werden kann.

In der Kernverwaltung beschäftigt die Stadt im Rathaus 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt stehen etwa 200 Beschäftige auf den Lohn- und Gehaltszetteln der Stadt. Das waren bis August noch deutlich mehr, nämlich gut 370. Die Beschäftigen aus den Kindergärten und Krippen wurden mit der Übertragung der Kita-Aufgabe vom Landkreis übernommen.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever