Jever - Mit Gästeführerin Dagmar Kennedy (in Gestalt von Fräulein Maria) ging es an diesem Samstagvormittag für die 18 Gäste aus Cullera auf eine historische Tour durch Jever. Schloss, Maria-Denkmal, Wüppgalgen – die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bekamen die Spanier zu sehen, denn der Großteil von ihnen ist zum ersten Mal in Jever.

Die Gäste aus Cullera bei ihrer Ankunft am Freitagabend am Flughafen in Bremen, wo sie von einer kleinen Delegation aus Jever abgeholt worden sind, darunter Manfred Meile und Melanie Rüstmann von der Stadt Jever sowie Werner Magnus, Vorsitzender des Freundeskreises der Städtepartnerschaft Culler – Jever.

25 JAHRE STÄDTEPARTNERSCHAFT CULLERA – JEVER Spanisches Fest mit Paella und Sonne satt

Cornelia Lüers
Jever

Der Fächer war angesichts der südländischen Temperaturen in Friesland ein gern genutztes Utensil bei den Frauen – unter ihnen Ruth Palomero, die Besitzerin des Unternehmens „Orangen frisch nach Hause“ in Cullera. Viele Jeveraner bestellen bei ihr seit Jahren Orangen, Mandarinen, Zitronen und andere Früchte aus Cullera. Der Orangen-„Fanclub“ wächst und wächst, im Unverpackt-Laden in Jever gehören die Südfrüchte aus der Partnerschaft seit Längerem zum Standardangebot.

Ruth Palomero nahm sich diesen Samstagmittag zwischen Stadtrundgang und offiziellem Mittagessen Zeit für ein kurzes Gespräch im Eishaus, um zu erzählen, wie es derzeit mit dem Orangenhandel läuft. „Wir sind sehr zufrieden. 95 Prozent unserer Ernte geht nach Deutschland. Und davon fünf Prozent nach Jever. Das ist sehr gut. Jever ist eine kleine Stadt, aber hier haben wir gute und treue Kunden“, berichtet die 50-Jährige erfreut.

Die Reisegruppe aus Cullera bei der Stadtführung am Samstagmittag mit Fräulein Maria.

Die Reisegruppe aus Cullera bei der Stadtführung am Samstagmittag mit Fräulein Maria.

In der Hochsaison sind rund 25 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ihrem Orangen-Handel beschäftigt. Einige aus ihrem Team begleiten Ruth Palomero, die zum wiederholten Mal in Jever ist, an diesem Wochenende. So zum Beispiel Lilyane Gimenez, die im Depot die Fäden in der Hand hat, Esther Sancho, die im Büro den direkten Kundenkontakt hält, und Vicent Castelló, der als Informatik-Experte für eine gute Präsentation der Homepage und das damit verbundene Bestellsystem im Hintergrund auf modernstem Standard sorgt. „Jever gefällt mir. Es ist nicht so groß, die Atmosphäre ist wunderschön, die Häuser nicht so hoch und die Menschen alle sehr nett“, beschreibt Lilyane Gimenez ihre ersten Eindrücke an Tag zwei in der Marienstadt.

Sonnengereifte Früchte im Hain in Cullera.

Sonnengereifte Früchte im Hain in Cullera.

„,Naranjas de Cullera’ ist unsere Marke in Spanien und ,Orangen frisch nach Hause’ unsere Marke in Deutschland“, berichtet Ruth Palomero, die 2011 den Online-Handel mit Südfrüchten gegründet hat und heute von ihrem Unternehmen als „Firma mit Seele“ spricht. „Der direkte Weg der Früchte – vom Baum in die Box zum Kunden – hat sich als richtig erwiesen“, blickt Ruth Palomero, die mit ihrem Mann Ximo (Informatikdozent) zwei Töchter hat.

Nach wie vor ist es so, dass die frisch am Wochenende geernteten Früchte am Montag auf die Reise geschickt werden und am Donnerstag in Jever eintreffen. Lagerhalle oder Kühlkammern gibt es nicht. „Und die frische Frucht ist immer die beste“, sagt Ruth Palomero.

Cornelia Lüers
Cornelia Lüers Gesamtredaktionsleitung, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung