Zetel - Das Modellprojekt „Präventive Hausbesuche“ in der Gemeinde Zetel wird nun beendet. Diese Nachricht sorgte vor Ort für Aufsehen. Einerseits sei es schade, dass ein solches Projekt nun sein Ende findet, andererseits sollte man als Gemeinde stolz sein, mitgemacht zu haben. So sieht es die Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Rat der Gemeinde Zetel, die zum Thema nun Stellung bezog.
Dass das Projekt enden würde, war absehbar, da es von vornherein auf drei Jahre befristet wurde, erklärt Ratsmitglied Wilhelm Wilken in einer Mitteilung an unsere Redaktion. Seit August 2021 wurden Seniorinnen und Senioren ab 80 Jahren dabei unterstützt, möglichst lange selbstbestimmt und eigenständig zu Hause zu leben.
Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden durch die Hochschule Osnabrück ausgewertet und könnten zukünftig für die Seniorenpolitik in Zetel genutzt werden. Wilken prognostiziert: „Ein Ergebnis wird lauten, dass Prävention, wie in vielen Bereichen des Lebens, auch in der Seniorenhilfe mehr Beachtung und Gewicht, sprich Geld und Stellung, gegeben werden muss“. Dass die Gemeinde Zetel als eine von drei Kommunen in Niedersachsen am Projekt beteiligt ist, sei ein Grund, stolz zu sein. „Denn: Zetel wurde beteiligt, da es gute Einrichtungen in der Seniorenarbeit vorzuweisen hatte und hat“, so Wilhelm Wilken weiter.
Vor allem möchte er zum Ausdruck bringen, dass die Unterstützung von Senioren in Zetel nicht mit dem Ende des Projektes aufhöre. Die Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstelle (IAV) sei fester Bestandteil des Zeteler Rathauses. Auch wurde ein Seniorenbesuchsdienst eingerichtet, „der sicher eine professionelle Begleitung braucht. Dafür sind natürlich ausreichend Stundenanteile zur Verfügung zu stellen.“ Zudem hebt er die Sozialstation hervor, mit kurzem Draht ins Rathaus und zum Sozialamt. Und schließlich gäbe es noch den Pflegestützpunkt des Landkreises Friesland.
„Das Ende des Modellprojektes ist beklagenswert, es ist aber nicht das Ende der Hilfe für Menschen in Zetel, die möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben wollen. Auch ist es nicht ausdrücklich das Ende von Hausbesuchen“, betont der Ratsherr. „Eines sollten wir nicht vergessen: Wichtig ist der soziale Zusammenhalt in der Gemeinde.“ Und dieser lebe von den Familien, den Nachbarschaften, den Dorfgemeinschaften und Vereinen.
