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Strukturerhalt im Dorf Sportvereinen fehlen Mitglieder

Dietmar Reck
Kai Langer, Vorsitzender des Kreissportbunds Friesland (KSB).

Kai Langer, Vorsitzender des Kreissportbunds Friesland (KSB).

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Jeverland - Das klassische Vereinswesen stagniert auch im Sport: Es wird schwieriger, neue, engagierte Mitglieder zu gewinnen. Noch schwerer ist es aber, Sportler zu finden, die auch Verantwortung übernehmen wollen und als Übungs- oder Spartenleiter oder im Vorstand arbeiten.

Zwei Jahre Corona-Pandemie mit vielen Einschränkungen zur Viruseindämmung liegen hinter den Sportvereinen. Wenn auch eine gewisse Vereinstreue da ist, gilt es nun, wieder Mitglieder zu gewinnen. „Der Breitensport in den Sportvereinen leidet aber nicht nur durch Corona. Es spielen da viele Faktoren eine Rolle”, erklärt Johann Nannen, stellv. Vorsitzender des Heidmühler FC. Als Herausforderung sieht er es, den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Erwartungshaltung der Mitglieder und Sportinteressierten gerecht zu werden. „Zur Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit des Vereins sollte die Förderung des Fußball-, Freizeit- und Breitensports im Vordergrund stehen, um preiswerte Sportangebote für alle anzubieten“, meint er. Eine zunehmende Bedeutung hat für Nannen die Entwicklung von vielfältigen Angeboten im Gesundheitssport.

Nachwuchs fehlt häufiger

„Die Jüngsten bleiben aus“, stellt Cleverns’ Sportvereinsvorsitzender Heinz Park fest. „Dennoch liegt eine große Zukunftsaufgabe vor uns und dazu fehlen uns immer häufiger Ehrenamtliche, die das System tragen“, so Park. Doch er ist optimistisch, denn aus seiner Sicht sind vor allem Vereine in Großstädten betroffen: „Im Dorf wird der Verein noch als sportliches Zuhause wahrgenommen”, ist er sich sicher.

Frieslands Kreissportbundvorsitzender Kai Langer weiß, wenn der Breitensport leidet, wird das ein Problem des Spitzensports und der Goldhoffnungen von morgen. Mit Blick auf die Corona-Pandemie steht die Politik mit in der Verantwortung, meinen viele Vereinsvorstände. Sie kritisieren unter anderem das Hin und Her bei den Schutzmaßnahmen der vergangenen Monate – das sei ein vermeidbares Übel gewesen.

Lage in Friesland besser

Dass die Lage in Friesland sich besser darstellt, liegt an der Zusammenarbeit von Sport und Politik, meint der Kreissportbundvorsitzende. Hier konnten unverzüglich nach der Umsetzung der Vorgaben der Landesverordnungen, die Sportstätten wieder geöffnet werden. Leider hat es aber nicht immer den gewünschten Erfolg gehabt, da der Einzelne oder auch Eltern der jüngeren Sportler den höheren Aufwand gescheut, oder durch Verunsicherung nicht zum Sport erschienen sind. „Die Vereine haben zusätzlich viel Aufwand betrieben, um hier die Ausfälle zu kompensieren, zum Beispiel durch Online-Kurse“, so Langer.


„Hoffentlich entwickelt sich die traditionelle Vereinsmeierei in Deutschland nicht zu einer Gesellschaft, die nur noch bespaßt werden will.“ Das bemängelte schon 2013 Alexander Rességuier, der Vorsitzende der Sportgemeinschaft Cleverns-Sandel. Aktuell drohe eine ganze Generation, für den Sport verlorenzugehen.

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