Friesland - Automaten-Apps auf dem Handy, Tipplisten im Sportverein, Glücksspielelemente in Computerspielen: Die Hürde zum Spieleinstieg ist niedrig. Immer mehr Kinder und Jugendliche verbringen ihre Zeit mit Glücksspielen, die schon bei einem geringen Einsatz einen hohen Gewinn versprechen. Vielfach erfolgt der Einstieg mittels kostenfreier Spiele. Erste Erfolgserlebnisse stellen sich ein, wirken belohnend und legen eine Teilnahme am Echtgeldspielbetrieb nahe.

An diesem Mittwoch, 27. September, ist bundesweit der Aktionstag gegen Glücksspielsucht. Zu diesem Anlass stellt die Suchtberatung Friesland den Parcours zur Glücksspielprävention „abgezockt“ vor. Der Präventions-Parcours wurde speziell entwickelt, um Jugendliche für die Risiken des Glücksspiels zu sensibilisieren und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich selbst zu schützen. Er kann künftig in niedersächsischen Schulen und Jugendeinrichtungen eingesetzt werden. Durch verschiedene Stationen und Aktivitäten werden die Jugendlichen ermutigt, kritisch über Glücksspiel nachzudenken und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

„Wir sind froh mit dem ,abgezockt‘-Glücksspiel-Parcours jetzt ein hervorragendes Suchtpräventionsmaterial nutzen zu können“, sagt Imke Janssen, Diplom-Pädagogin und Glücksspielsuchtfachkraft von der Fachstelle Sucht und Suchtprävention in Friesland. „Jugendliche sind besonders gefährdet und erliegen leicht den Verführungen und Anreizen des Glücksspiels.“

Der Glücksspiel-Parcours wurde im Jahr 2012 vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg und dem „SuchtPräventionsZentrum“ gemeinsam mit Glücksspielfachkräften aus unterschiedlichen Bundesländern entwickelt und im Anschluss evaluiert. Der neue Glücksspiel-Parcours „abgezockt“ wurde überarbeitet und um wichtige Inhalte ergänzt (Sportwetten, Online-Glücksspiel, Glücksspielwerbung und simuliertes Glücksspiel). Die DAK-Krankenkasse fördert die Materialentwicklung und Umsetzung des Parcours.

Die Fachstelle Sucht Friesland stellt den Parcours in Ausschnitten am Mittwoch, 27. September, in den Berufsbildenden Schulen Varel von 10 bis 13 Uhr vor.


Kontakt zur Suchtberatung: Fachstelle in Varel, Bahnhofstraße 6, 04451/96420; Fachstelle in Jever, Kostverloren 2, 04461/913650; friesland@step-niedersachsen.de