Horumersiel/Sulingen - Die Firma, die beim Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel für die Verlegung der Fliesen zuständig ist, wehrt sich gegen die Vorwürfe, sie sei für die aktuelle Verschiebung des Eröffnungstermins verantwortlich. Bei der Firma handelt es sich um die Leymann Keramikbau GmbH & Co. KG aus Sulingen. „Der Fehler liegt nicht bei uns“, versichert Prokurist Ralf Kettelhake gegenüber unserer Zeitung und skizziert den bisherigen Werdegang des Auftrages.
Schwierigkeiten schon Anfang Oktober 2022
Anfang Oktober 2022 hätte die Firma laut Auftragsfrist (vom 4. Oktober 2022 bis 15. April 2023) mit den Fliesenarbeiten beginnen sollen. „Als ich zum Starttermin auf die Baustelle gekommen bin, habe ich die Hände über den Kopf zusammengeschlagen“, erinnert sich Kettelhake. „Es waren noch überhaupt keine Vorbereitungen getroffen worden. Die Technik fehlte, der Estrich fehlte und es ist gerade erst mit den Verputzarbeiten angefangen worden. Da konnten wir natürlich noch nicht anfangen.“
Im Januar 2023 hatte man ihm dann versichert, dass alles soweit vorbereitet sei. Das war aber laut Kettelhake immer noch nicht der Fall. „Wir wollten dann zumindest schon mal mit den vorbereitenden Arbeiten am Schwimmbecken anfangen, dazu fehlten aber noch gewisse Einbauteile, die besonders robust gegenüber Meerwasser sind. Diese Teile sind vor 14 Tagen gekommen.“ Somit konnte die Firma erst im März mit kleiner Besetzung loslegen.
In einigen Bereichen konnte die Firma bereits Fliesen verlegen
Estrich falsch gegossen
Allerdings tat sich hier nur wenig später das nächste Problem auf. Zweimal mussten die Fliesenleger ihre Arbeit erneut unterbrechen. „Der Estrich ist falsch gegossen worden und war an einigen Stellen zu hoch, so dass er wieder aufgebrochen werden musste“, schildert Kettelhake die Situation. Erst seit Sommer konnte die Firma dann ungestört weiter arbeiten. „Uns dann jetzt die Pistole auf die Brust zusetzen wegen des Termindrucks ist schon etwas unpassend“, findet er.
Kein Personalmangel
Denn dass er jetzt, nach Ablauf der Vertragsfrist wohlgemerkt, nicht mehr mit voller Mannstärke auf der Baustelle im Thalasso Meeres Spa arbeiten könne, habe einen ganz einfachen, wirtschaftlichen Grund. „Ich muss mein Personal natürlich auch planen und habe Anschlussaufträge auf anderen Baustellen. Die tatsächliche Ausführungszeit der Fliesenarbeiten in Horumersiel war schlichtweg nicht kalkulierbar. Sonst würden meine Mitarbeiter am Ende dieses Projektes ja ohne Arbeit dastehen. Wir mussten bereits die Zeit von Oktober 2022 bis März 2023 überbrücken, in der wir am Thalassozentrum nichts machen konnten.“
Personalmangel durch Mitarbeiterverlust, Krankheit oder Corona gebe es demnach nicht. „Die Leute arbeiten schlichtweg auf anderen Baustellen.“
Fehlerhafte Projektbegleitung?
Im Übrigen sei auch die Aussage falsch, es würden aktuell nur zwei bis drei Mitarbeiter seiner Firma auf der Baustelle arbeiten. Nach Kettelhakes Aussage sind derzeit drei bis vier Fliesenleger sowie ein Mitarbeiter eines Subunternehmers auf der Baustelle.
Die Vorwürfe kann der Prokurist, dessen Firma über 40 Jahre Erfahrung im Bäderbau verfügt, also nicht nachvollziehen. Auch dass seine Firma als Fliesenverlegebetrieb das letzte Glied einer Verzögerungskette durch die Versäumnisse anderer Gewerke ist, glaubt Kettelhake nicht. „Ähnliche Erfahrungen haben auch anderen Kollegen auf der Baustelle gemacht.“ Er vermutet eher, dass auch Fehler auf Seiten des Auftraggebers, sprich der Wangerland Touristik, gemacht worden sind, was die Projektbegleitung angeht.
