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Tischtennis-Spieler aus Friesland Als Jevers Dugiel auf eine echte Legende traf

Andreas Lehmkuhl

Jever - In der Tischtennis-Oberliga treffen die Männer des MTV Jever jedes Jahr auf aufstrebende Talente, die in Zukunft sicher noch höherklassiger unterwegs sein werden. Und auf erfahrene Recken, deren Karriere-Höhepunkte schon ein wenig zurückliegen. Bestes Beispiel ist der Ligarivale TuS Lutten mit dem 46-jährigen ehemaligen MTV-Spieler Audrius Kacerauskas, der vor 20 Jahren zu den Top-400-Spielern der Weltrangliste gehörte, und dessen 20-jährigen Sohn Agnius, der im Jugendbereich schon viele internationale Einsätze für Litauen hatte.

Aber einige Jeveraner haben auch schon anderen Kalibern am Tisch gegenüber gestanden- Einige dieser Begegnungen haben wir gesammelt.

Nichts zu verlieren

Auf eine echte Tischtennis-Legende traf zum Beispiel Adrian Dugiel im Jahr 2015: Jevers aktuelle Nummer eins musste damals in einem Spiel der ersten polnischen Liga gegen Jörgen Persson ran, den ehemaligen Welt- und Europameister. „Wir konnten die Aufstellung frei wählen und hatten schon damit gerechnet, dass Persson an Position drei dabei wäre“, erzählt der heute 23-jährige Dugiel: „Meine Mitspieler wollten alle nicht gegen ihn antreten. Dann habe ich gesagt, dass ich das machen würde. Ich hatte ja nichts zu verlieren.“

Tatsächlich kam es zu der Partie, und der damals schon 49-jährige Persson hatte keinerlei Probleme mit Dugiels Abwehr, während dieser anfangs doch arg nervös agierte. 11:1, 11:5, 10:2 stand es schon für den schwedischen Altmeister, bevor Dugiel befreiter aufspielte und immerhin den dritten Satz nur knapp mit 9:11 abgeben musste.

Sehr gestresst

„Ich habe nicht so gut gespielt wie erhofft, aber war natürlich auch sehr gestresst. Allerdings war es eine echte Erfahrung. Danach habe ich länger mit Persson gesprochen, der mein Spiel gelobt hat und erklärte, es sei ja ganz normal, dass ein junger Spieler erstmal nervös sei. Das ist schon ein sehr cooler Typ“, rekapituliert Dugiel.

TISCHTENNIS Profis wollen auch in Showkämpfen siegreich sein

Jever

An andere Spiele gegen mittlerweile recht prominente Gegner aus seiner Jugendzeit kann sich der 23-Jährige dagegen kaum mehr erinnern. „Das ist ja schon lange her, dass ich international viel gespielt habe. Ich schaue mir auch die alten Ergebnisse eigentlich nicht an“, erklärt er.


Vor allem von 2010 bis 2012 war der Abwehrspieler international erfolgreich, lag zum Beispiel im Januar 2012 auf Rang 50 der Schüler-Weltrangliste. Damals – das zeigt auch der Blick in die Turnierergebnisse – traf er auf viele heute international erfolgreiche Gegner. Darunter die aktuelle Nummer 150 der Weltrangliste Tomas Polansky, die Nummer 143 Alexandre Cassin oder sogar die aktuelle Nummer 30 Jonathan Groth.

Bemerkenswerte Siege

Die stärksten Gegner, die Dugiel bezwingen konnte, waren wohl der Schwede Elias Ranefur (heute auf Rang 204 der Weltrangliste) oder der Japaner Yuki , der 2018 schon auf Platz 97 stand.

Prominente Gegner

Auf folgende namhafte Gegner sind Adrian Dugiel beziehungsweise Fabian Pfaffe vom Tischtennis-Oberligisten MTV Jever im Verlauf ihrer sportlichen Laufbahn schon getroffen:

Jörgen Persson (Jahrgang 1966): Welt- und Europameister im Einzel, zweifacher Europameister im Doppel, sechsfacher Welt- und vierfacher Europameister mit schwedischer Mannschaft. Aktuell schwedischer Nationaltrainer. Beste Weltranglisten-Position:1.

Tomas Polansky (1998): Bundesliga-Akteur und tschechischer Nationalspieler. Beste Weltranglisten-Position: 116; aktuelle Position: 150.

Alexandre Cassin (1998): Französischer Nationalspieler, Schüler- und Jugend-Europameister in Einzel und Mannschaft. Beste WRL-Position: 140, aktuell: 143.

Jonathan Groth (1992): Ex-Bundesligaspieler, dänischer Nationalspieler, Doppel-Europameister. Beste WRL-Position: 15; aktuell: 30.

Elias Ranefur (1996): Schwedischer Nationalspieler. Beste WRL-Position: 156; aktuell: 204.

Yuki Matsuyama (1998): Japanischer Nationalspieler. Beste WRL-Position: 97; aktuell: 270.

Dang Qiu (1996): Deutscher National- und Bundesligaspieler, Vize-Europameister U 21, Beste WRL-Position: 48; aktuell: 56.

Gustavo Tsuboi (1985): Brasilianischer National- und Bundesligaspieler, dreifacher Olympia-Teilnehmer. Beste WRL-Position: 28; aktuell: 36.

Bastian Steger (1981): Deutscher National- und Bundesligaspieler. Fünffacher Deutscher Meister im Doppel und zweifacher im Einzel, 2x EM-Bronzemedaille im Einzel, 2x Vize-Weltmeister und 3x Olympia-Bronze mit der Mannschaft. Beste WRL-Position: 18; aktuell: 124.

Constantin Cioti (1983): Ehemaliger rumänischer National- und Bundesligaspieler. Zweifacher Schüler- und zweifacher Jugend-Europameister im Einzel. Beste WRL-Position: 78.

Chen Weixing (1972): Vize-Europameister im Doppel, Vize-Europameister mit der österreichischen Nationalmannschaft. Beste WRL-Position: 9.

Auch wenn Dugiel sich selber nicht mehr an jedes Spiel erinnert: Zumindest einige Gegner kennen ihn noch. So zum Beispiel Dang Qiu, aktueller deutscher Nationalspieler und Nummer 53 der Welt. „Als ich 2018 in Berlin bei den deutschen Meisterschaften zugeschaut habe, hat er mich erkannt, und wir haben uns noch ein wenig unterhalten“, weiß Dugiel zu berichten.

Auch Gustavo Tsuboi dürfte sich an den Polen im Dress des MTV noch erinnern: 2018 gastierte der mehrfache Olympiateilnehmer zusammen mit dem Bundesliga-Team von Werder Bremen zu einem Showkampf in der Sporthalle des Mariengymnasiums in Jever. Und er musste sich vor 140 Zuschauern Dugiel tatsächlich 1:2 geschlagen geben.

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