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Corona-Krise Tischtennis-Zeichen stehen auf Abbruch

Andreas Lehmkuhl

Friesland - Wie geht es weiter mit dem Spielbetrieb in den Tischtennis-Ligen? Bis eine Entscheidung dazu gefällt wird, müssen sich die Tischtennisspieler nicht nur in Friesland noch etwas gedulden. In der vergangenen Woche gab es aber einen deutlichen Fingerzeig: In einer Videokonferenz des niedersächsischen Verbandes TTVN mit Vertretern aller Kreis- und Bezirksverbände wurde ein Stimmungsbild abgefragt. Und das war eindeutig: Etwa 95 Prozent der Beteiligten sprach sich dafür aus, die Saison abzubrechen.

Eine Austragung der noch fehlenden Spiele erscheine unrealistisch, außerdem dürfe kein Spieler sich in der Pflicht sehen, trotz Bedenken an Punktspielen teilnehmen zu müssen, erklärten die Vorsitzenden mehrer Kreisverbände später einhellig. Außerdem: Wenn der TTVN die Basis befrage und nach solch klarem Stimmungsbild doch anders entscheiden sollte, wäre das eine Farce.

Die Kritik

Für Thorsten Hinrichs, Abteilungsleiter des MTV Jever und Zweiter Vorsitzender des Kreisverbandes Friesland/Wilhelmshaven, wurde allerdings mit der Diskussion ein zweiter Schritt vor dem ersten gemacht. „Ständig wird über Saisonabbruch oder nicht diskutiert. Das ist doch letztlich vergeudete Energie“, findet er: „Erstmal ist doch die Frage viel drängender, wie die Vereine die Hallen wieder nutzen können. So lange das nicht geklärt ist, brauchen wir uns über Punktspiele doch gar keine Gedanken machen.“

Daher gibt Hinrichs zu bedenken: „Was wäre denn, wenn jetzt alle erklärt hätten, dass wir weiterspielen wollen? Und dann kann fast niemand in die Halle?“ Es sei aktuell so, als diskutiere man über das Dach, ohne dass das Fundament stehe. Gerade auch für die Jugendarbeit würden aktuell die Perspektiven fehlen. „Da sehe ich den TTVN und auch die Sportbünde in der Pflicht, sich mehr um diese Thematik zu kümmern“, fordert der Jeveraner.

Die Fakten

Fakt ist: Aktuell sind fast überall die kommunalen Hallen gesperrt. Individualsport ist laut Landesverordnung aber auch im Lockdown erlaubt. Einige Vereine in benachbarten Kreisen bieten für ihre vereinseigenen Hallen Buchungen – auch für Tischtennis-Training zu zweit – an. In Delmenhorst etwa sind dafür sogar die städtischen Sportanlagen freigegeben.


Immerhin: Im neuen Stufenplan der niedersächsischen Landesregierung wird auch der Sport angesprochen, der Landessportbund (LSB) wurde dazu zu einer Stellungnahme eingeladen. Der zeitliche Rahmen ist dort allerdings sehr weit gesteckt, so wird über die Freigabe von Indoorsport zu Beginn der Sommerferien im Juli diskutiert.

Die Zeichen

Eine Entscheidung zum Spielbetrieb will der TTVN nach einer Konferenz des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB) mit allen Landesverbänden Mitte Februar treffen. Davor gerät die an diesem Mittwoch stattfindende Konferenz der Ministerpräsidenten zur möglichen Verlängerung des aktuellen Lockdowns in den Blickpunkt. Die Zeichen beim TTVN stehen auf Abbruch und Reset auf den Stand vom 30. Juni 2020. Das sei durch die im vergangenen Jahr geänderte Wettspielordnung auch abgedeckt, hat ein Gutachten ergeben, das in der Konferenz vorgestellt wurde.

Die Alternativen

In diesem Fall soll auch über alternative, freiwillige Spielmöglichkeiten nachgedacht werden. Eine eingeschränkte Wiederaufnahme des Individual-Spielbetriebs, wie etwa der Race-Turniere, steht ebenso im Raum, wie alternative Mannschaftswettbewerbe für kleinere Teams, auch vereinsübergreifend.

Die Oberliga

Das alles betrifft den Zuständigkeitsbereich des Landesverbandes, der für die Spielklassen bis hoch zur Verbandsliga verantwortlich ist. Was darüber, also auch in der Oberliga mit der ersten Mannschaft des MTV Jever, geschieht, ist noch unklarer. Dort ist bisher der Spielbetrieb bis 28. Februar ausgesetzt, spätestens zum 8. März hat der DTTB eine Entscheidung angekündigt. Die letzten Informationen für betroffenen Vereine stammen aus einem Infobrief vom 20. Januar. In diesem Schreiben wurden zum Beispiel auch Blockspieltage ins Spiel gebracht, um die fehlenden Partien vielleicht noch austragen zu können.

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