Wangerooge - Hygienemaßnahmen, Testzentren, Lockdown – auch 2021 hatte Corona Wangerooge fest im Griff: Bis Mitte Mai konnte die Insel keine Gäste begrüßen. Und als es dann los gehen konnte, herrschte Personalmangel – „wohl das Schlagwort, das alle in der Tourismusbranche umtrieb“, blickt Wangerooges Kurdirektor und Bürgermeister Marcel Fangohr zurück.
Für 2022 wird es wichtig sein, Lösungen zu finden, weiß er: „Bezahlbarer Wohnraum und Ganzjahrestourismus sind wichtige Faktoren bei der Suche nach Fachkräften – Personal ist die wichtigste Ressource.“
Tourismus in Zahlen
2021 konnte Wangerooge etwas über 735000 Übernachtungen verzeichnen, das sind etwa 4,5 Prozent mehr Übernachtungen als 2020 mit 656408. Das Vor-Corona-Niveau konnte wegen des Lockdowns nicht erreicht werden. 2019 verzeichnete Wangerooge 925233 Übernachtungen.
Zu Beginn der Saison lagen Buchungen noch deutlich unter dem Niveau von 2019. Von August bis Oktober war es dann deutlich voller als in den Vorjahren – gegenüber 2019 haben die Übernachtungen im Hochsommer/Frühherbst um knapp 6 Prozent zugenommen. Insgesamt zählte Wangerooge 2021 rund 96000 Gäste, 2020 waren es 90100, im Vor-Corona-Jahr 2019 noch 139648.
Oase
Das Erlebnisbad Oase konnte nach mehr als einem Jahr Schließzeit im Juni 2021 wieder eröffnen. Trotz Kapazitätsbeschränkungen und strengen Hygieneregeln besuchten rund 28680 Gäste die Oase. Besonders betroffen von Corona war der Thalasso- und Wellnessbereich – die Einnahmen sind erneut gesunken. „Wir hoffen, dass auch in diesem Bereich 2022 wieder mehr Normalität einkehrt“, so Fangohr.
Erfreulich für die Kurverwaltung ist, dass die notwendige Erneuerung der Schwimmbadtechnik begonnen hat – bis voraussichtlich Anfang April ist das Bad geschlossen. „Für den Sommer dürfte der Bade-Betrieb dann reibungslos sichergestellt sein“, sagt der Kursirektor.
Veranstaltungen
Kinder- und Sportanimation und kulturelle Veranstaltungen – überall gab es 2021 Einschränkungen. Der Gästekindergarten konnten gar nicht öffnen. Dennoch gab es Angebote für kleine Inselentdecker: Sandburgenbauen, Strandspiele, Outdoor-Aktivitäten und Bastelnachmittage und sogar ein Kinderfest im Rosengarten. „Erneut haben wir versucht, so viel wie möglich draußen anzubieten“, so Fangohr.
Auch 2022 ist geplant, so viele gästebeitrags-finanzierte Veranstaltungen unter freiem Himmel anzubieten wie möglich. Höhepunkt soll neben der Mittsommerzeit und dem Miesmuschelfest die Lichtwoche vom 4. bis 9. September sein.
Die Kurverwaltung hat fürs Marketing das Insel-Logo überarbeitet und ein modifiziertes Corporate-Design Manual umgesetzt. Die neuen Inselmagazine mit Artikeln und Insel-Geschichten haben sich bei den Gästen und Insulanern gleichermaßen großer Beliebtheit erfreut. Der geplante Homepage-Relaunch soll in diesem Jahr umgesetzt werden und auch an der Wangerooge-Webapp wurde gearbeitet.
Der Schriftzug Wangerooge hat eine modernere rundere Schriftart erhalten, das wellenförmige a wurde ebenfalls neu gestaltet – zuvor war es eine brechende Woge in „ß“-Form, nun ist es eine sanfte Welle.
Als sich zum Jahreswechsel die Corona-Lage wieder verschärft hat, mussten erneut fast alle Veranstaltungen abgesagt werden. Die Gemeinde- und Kurverwaltung organisierte eine Bändchen-Lösung für die 2G-plus Kontrollen in der Gastronomie „und stand vor der Herausforderung, die Testkapazitäten zu erhöhen“, berichtet Marcel Fangohr. „Das hat gut funktioniert und die Bändchen haben allen das Leben leichter gemacht. Das werden wir optimieren und fortführen.“
Insgesamt blickt die Gemeinde- und Kurverwaltung zuversichtlich auf 2022 „Durch die Entscheidung zum Kauf der TUI-Ferienanlage hoffen wir, zeitnah eine erste Entspannung auf dem Wohnungsmarkt herbeiführen zu können“, so Fangohr.
„Aus touristischer Sicht planen wir die Saison in der Hoffnung, dass viele Veranstaltungen und Aktivitäten angeboten werden können. Natürlich bleibt Ungewissheit, aber wir hoffen sehr, gute Gastgeber sein zu können“, betont Marcel Fangohr.
