Wangerland/Küste - Ist an den Stränden in Hooksiel und Schillig Abstand halten möglich? Gibt es auf dem großen Parkplatz Schillig noch freie Parkplätze? Antworten auf diese und ähnliche Fragen sollen Urlauber und Tagesgäste in der Saison 2022 digital erhalten. Die Marketinggesellschaft „Die Nordsee GmbH“ hatte im Lockdown im Frühjahr 2021 ein Projekt zur digitalen Besucherlenkung an der gesamten Küste gestartet – ursprünglich geplant war, bereits zur Sommersaison 2021 damit die Urlauber über die Auslastung zu informieren. Doch dann musste der Start verschoben werden – der Aufbau der erforderlichen Technik war doch schwieriger als erwartet.

„Wir sind zuversichtlich, Richtung Ostern mit der Besucherlenkung sichtbar für die Gäste zu starten“, sagte Tim Schönfeld, Daten- und Digitalisierungsmanager der Wangerland Touristik GmbH. Zurzeit laufe der Aufbau der Technik. An beliebten Orten im Wangerland und entlang der Küste werden Lasersensoren installiert, die die Auslastung von Stränden, Parkplätzen und Freizeiteinrichtungen messen. Die Sensoren erstellen ein dreidimensionales Bild einer Fläche – die dazugehörige Software erkennt anhand der Umrisse, ob und wie viele Personen, Autos oder Wohnmobile sich dort aufhalten. Das sei komplett datenschutzkonform, betont Schönfeld: „Wir fotografieren niemanden und es gibt auch keine Videoüberwachung.“

Warum Besuchermanagement?

Die Corona-Krise hat Urlauber an die Nordseeküste gespült – schon nach dem Lockdown 2020 zeigte sich die Notwendigkeit, die Besucherströme zu steuern. „Wir sind eine Region, die stark auf die Sommersaison ausgerichtet ist. Da gibt es dann Hotspots, die stark frequentiert sind. Besondere Stellen wie Strände oder Parkplätze sind dann eine große Herausforderung für uns, das Gästeaufkommen corona-konform zu managen und zu entzerren“, sagt Sonja Janßen, Geschäftsführerin von „Die Nordsee GmbH“. Auch mit Blick auf die hohe Zahl an Tagesgästen werde es künftig ohne digitale Lenkungssysteme kaum noch gehen.

Ziel dabei ist nicht, die Gäste durch Technik zu kontrollieren – „im Gegenteil, wir wollen dem Gast den bestmöglichen Service bieten.“ Funktionieren soll das auch mit Hilfe der digitalen Gästekarte, die die bestehenden Papierkarten ergänzen soll. Urlauber sollen auf die Gästekarte in einem digitalen Reiseführer zugreifen können.

Vorgesehen sind Sensoren in Krummhörn-Greetsiel, in Dornum, in Norden-Norddeich, im Wangerland, in Wilhelmshaven, in Butjadingen, in Bremerhaven, an der Wurster Nordseeküste sowie in Otterndorf, in Bad Bederkesa und in Cuxhaven selbst. Urlauber sollen sich dann anhand eines Ampelsystems im Internet, über eine Web-App, und über Info-Monitore über die Auslastung an Ausflugszielen informieren können.

„Was die Leute am meisten interessiert ist: Wie voll ist der Strand – und finde ich noch einen freien Strandkorb“, sagt Schönfeld. Geplant sei, dass die Lenkungssoftware nach festgelegten Regeln, etwa bei Erreichen einer bestimmten Kapazitätsgrenze, automatisiert Hinweise zur Auslastung eines Strandabschnitts ausspielen werde.