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Tourismusausschuss Wangerland WTG-Chef Armin Kanning wehrt sich gegen Vorwürfe der Gruppe ZUW

In der Tourist-Info des Gästehauses sollten nach Auffassung der Gruppe ZUW zukünftig die Gästekarten ausgestellt werden.

In der Tourist-Info des Gästehauses sollten nach Auffassung der Gruppe ZUW zukünftig die Gästekarten ausgestellt werden.

Anna Graalfs

Wangerland - Wer am Mittwochabend zu Gast in der öffentlichen Sitzung des Tourismusausschusses im Ratssaal der Gemeinde Wangerland war, dem war von Anfang an klar: Diese Ausschusssitzung wird anders verlaufen als andere. Denn der Ratssaal war bis auf den letzten Besucherplatz besetzt. Und zwar mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wangerland Touristik GmbH (WTG). Dass diese so zahlreich erschienen waren, hatte einen besonderen Grund: Die Gruppe ZUW (Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften) hatte verschiedene Anträge gestellt und einer sorgte ganz besonders bei der WTG für Diskussionsstoff.

Schlechter Umgang

So hatte die Gruppe unter anderem beantragt, den Gästebeitrag wieder von der WTG (und nicht wie aktuell von Vermietern und Hoteliers) einziehen zu lassen. Begründung unter anderem: Die WTG sei zu weit weg von ihren Gästen und das könne man mit diesem Schritt wieder ändern. „Das hat die Mitarbeiter schon sehr getroffen und macht auch etwas mit ihnen“, erklärte WTG-Geschäftsführer Armin Kanning. „Ihr solltet euch genau überlegen, was Ihr mit einem solchen Antrag bewirkt. Als Gesellschafter sind das eure Mitarbeitenden. Und so geht man mit diesen nicht um“, wandte er sich deutlich emotional aufgewühlt an die Antragssteller. „Die, die Ihr nie seht, geben wirklich alles. Vielleicht solltet Ihr mal mit denen sprechen?“

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Ulfers meinte: „Die WTG befindet sich in einem schwierigen Fahrwasser. Wir müssen der WTG vielleicht mehr Aufmerksamkeit widmen. Aber im Sinne von Unterstützung, nicht von Kontrolle. Denn die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen machen einen hervorragenden Job.“

Der Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Armin Kanning.

Der Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Armin Kanning.

In der Sache wurde der Antrag mit Stimmen der GfW (Gemeinsam fürs Wangerland) und SPD schließlich abgelehnt. Als zu unpraktikabel beschrieb unter anderem Tom-Oliver Thomssen (CDU und selbst Vermieter) das Prozedere, das Ausfüllen der Gästekarte wieder an die WTG zu überstellen. „Ich sehe das auch als Service an meinen Gästen. Und außerdem: Wir verdienen damit Geld. Das ist den kleinen Aufwand schon wert.“ Angelika Kirschner (Grüne) ergänzte: „Kein Familienvater will sich doch am Anreisetag in die lange Schlange in der Tourist-Info stellen, um seine Gästekarte ausstellen zu lassen.“

Neues Gremium für WTG

Auch ein weiterer Antrag der Gruppe ZUW sorgte bei der SPD für Verwirrung. Es ging um die Umbenennung des Tourismusausschusses in WTG- und Tourismusausschuss. Da die Geschäfte der Wangerland Touristik viele verschiedene Themen betreffen, hatte die ZUW für eine Umbenennung und die damit verbundenen Kompetenzen geworben. „Die Erhöhung des Gästebeitrags wurde zum Beispiel nur im Finanzausschuss beraten. Dabei ist es auch ein touristisches Thema“, begründete Gruppensprecher Dieter Schäfermeier den Antrag.

Ulfers allerdings verwies auf ein Treffen Mitte Oktober aller Fraktionen mit dem WTG-Chef, auf dem eigentlich eine andere Strategie festgelegt wurde. „Wir hatten uns geeinigt, erstmal die Strukturen der WTG und der Gesellschafterversammlung zu ändern und zu verkleinern, indem wir vielleicht einen Aufsichtsrat oder ein ähnliches Gremium installieren.“ Für den Sozialdemokraten wirft das ein schlechtes Licht auf die eigentlich bisher gute Zusammenarbeit mit der Gruppe ZUW. „Daher werden wir diesen Antrag auch ablehnen. Denn eigentlich sollte man sich an Absprachen halten.“


Der Antrag wurde somit abgelehnt. Schäfermeier allerdings versprach, diesen erneut vorlegen zu wollen, wenn die entsprechenden Schritte eingeleitet seien.

Weitere Ablehnungen

Auch weitere Anträge der Gruppe fanden an diesem Abend keine Mehrheit beziehungsweise liefen ins Leere. So wollten die Gruppe aus Pro Wangerland, UWW und Freie Bürger (ZUW) wissen, wieweit die Planungen bezüglich eines neuen Pächters für die Gastronomie in der Friesland-Therme Horumersiel aussieht. „Auch hierüber habe ich mehrfach informiert“, so Kanning. Demnach gebe es keinen neuen Stand. Einen Interessenten gebe es nach wie vor, ein Pachtvertrag wurde aber noch nicht unterzeichnet.

Einzig bezüglich eines Sachstandes über die Möglichkeit, ein Fitnessstudio samt Café und Co-Workingstationen im Gästehaus Hooksiel einzurichten, sagte Kanning: „Ja, auch das liegt auf unserem Schreibtisch. Aber wir haben derzeit schlichtweg nicht das Personal, das zu prüfen.“ Ulfers ergänzte: „Es gibt derzeit andere Prioritäten, die die WTG abzuarbeiten hat.“

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Heizungsalternative

Zudem wollte die Gruppe ZUW wissen, wie der Sachstand zum Einbau einer alternativen Heizungsanlage im Thalasso Meeres Spa ist. Allerdings waren sich auch hier die Ausschussmitglieder einig, dass es zum jetzigen Zeitpunkt unsinnig ist, über Alternativen nachzudenken. Schließlich lasse sich eine Heizungsanlage nicht mal ebenso wie ein Modul austauschen. Schäfermeier gab dann auch zu, dass der Antrag noch aus der Zeit vor dem Ukrainekrieg stammt, wo keiner so genau wusste, wie es mit den Gaspreisen weitergehen würde. Mittlerweile hätten diese sich ja auch schon fast wieder stabilisiert.

Hitzig wurde es dann noch einmal beim letzten Antrag des ZUW. Die Gruppe wollte Einsicht in sämtliche Unterlagen und Besprechungsprotokolle zum Bau des Thalasso Meeres Spa. „Wir wollen einfach wissen, wer für was die Verantwortung trägt und wie es zu den Verzögerungen gekommen ist“, erklärte Schäfermeier.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Ulfers allerdings machte sehr schnell klar, dass dies nicht in einen öffentlichen Ausschuss gehöre. Der Antrag wurde somit in den Verwaltungsausschuss zurückgewiesen. Allerdings wies Kanning darauf hin, dass jedes Ratsmitglied jederzeit Einsicht in die Verträge und Unterlagen erhalten könne. „Und das habe ich mehrfach allen Ratsmitgliedern angeboten.“

Sebastian Urbanczyk
Sebastian Urbanczyk Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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