Wangerland/Wangerooge/Jever - 52,1 Prozent weniger Übernachtungen: Die drei Jugendherbergen in Friesland haben im Corona-Jahr 2020 gewaltig geblutet.

Die Wangerooger Jugendherberge im Westturm kam dabei mit minus 39,5 Prozent bei den Übernachtungen noch am besten weg – so geht es aus der Jahresbilanz des DJH Landesverbands Unterweser-Ems hervor: Auf Wangerooge sind seit November ca. 20 Deicharbeiter untergebracht, die in die Sanierungsarbeiten am Deckwerk zum Hochwasserschutz involviert sind.

Übernachtungszahlen 2020 in Frieslands Jugendherbergen

Jugendherberge Jever:  Übernachtungen: 4276 (2019: 17 468) Veränderung: -75,5 Prozent

Jugendherberge Schillighörn:  Übernachtungen: 14 132 (2019: 27 732) -49,0 Prozent

Jugendherberge Wangerooge:  Übernachtungen: 15 539 (2019: 25 679) -39,5 Prozent

Die Jugendherberge Schillighörn verbuchte minus 49 Prozent, die Jugendherberge Jever minus 75,5 Prozent bei den Übernachtungen.

Die Jugendherberge Jever war als starker Schulklassen- und Gruppenstandort am stärksten von den drei Friesländer Jugendherbergen von den Lockdowns getroffen. In Schillighörn dagegen gab es in den Ferienzeiten und an den Wochenenden eine starke Nachfrage durch Familien – ähnlich wie auf Wangerooge.

Der Anteil der Familien betrug mit rund 11.250 Übernachtungen knapp 80 Prozent in Schillighörn. Die Jugendherberge Wangerooge hat im zurückliegenden Jahr mit 12.077 Übernachtungen von Familien diesen Anteil mit 78 Prozent sogar noch gesteigert.

Alle drei Jugendherbergen Jever, Schillighörn und Wangerooge konnten genau wie 13 weitere im Nordwesten von Ende Mai bis zum November-Lockdown immer wieder teilweise öffnen.


„Die Lage ist ernst: Schließungen, Wiedereröffnungen, Hygienekonzepte, erneute Schließung der Jugendherbergen, Stornowellen, Kurzarbeit und Investitionsstopps: Wir blicken auf ein extremes Jahr zurück“, fasst Thorsten Richter, Geschäftsführer des DJH (Deutsches Jugendherbergswerk) Landesverbands Unterweser-Ems zusammen.“

Die Jugendherbergen befänden sich nach wie vor in einer existenzbedrohenden Situation. Trotzdem hoffe man noch, der Krise am Ende zu trotzen: Einnahmeverluste konnten durch Kurzarbeit, radikale Kosteneinsparungen und Investitionsstopps abgefedert werden. Bund und Land haben Corona-Hilfen zugesagt.

Absehbar ist, dass auch für 2021 Beihilfen nötig sind. Bis zu den Sommerferien sind alle Schulfahrten von Schulen aus Nordrhein-Westfalen schon jetzt untersagt. Das Verbot trifft die Jugendherbergen im Nordwesten erneut hart – Klassenfahrten machen in den Monaten Mai und Juni in normalen Jahren mindestens 60 Prozent der Belegung aus. Auch Gruppenbuchungen fallen sehr zurückhaltend aus. „Aktuell müssen wir damit rechnen, dass bis zu den Sommerferien lediglich Familien und berufsbedingte Gruppenübernachtungen stattfinden können“, so Geschäftsführer Richter.