Hohenkirchen - Ganz im Fokus stand die Wangerland Touristik GmbH (WTG) während der Ausschusssitzung „Tourismus“ am Mittwoch im Rathaus in Hohenkirchen. Mit sechs Anträgen in Sachen WTG sorgte die Gruppe „Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften“ (ZUW) für ein abendfüllendes Programm. Besonders der Antrag auf Rücknahme der bisherigen Praxis, bei der die Gästekarten von Vermietern und Hoteliers ausgegeben werden und diese zukünftig wieder von der WTG dem Gast übergeben werden sollen, regte die Diskussion an.
Automatisierung
Gegen den Vorwurf, nicht genügend nah am Gast zu sein, wehrte sich WTG-Geschäftsführer Armin Kanning vehement. „Wir geben alles, nah am Gast zu sein“, betonte Kanning und verwies auf die vielen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich im Ratssaal versammelt hatten. Er fühle sich persönlich betroffen, so Kanning. Eine Übernahme der geforderten Praxis würde dazu führen, Personal „aufzurüsten“, um den Aufwand zu bezahlen. Mit den bisherigen Kräften sei das nicht zu leisten.
Holger Ulfers (SPD) hielt den Aufwand bei den Vermietern für zumutbar und forderte weiter, den Aufwand von diesen zu leisten. Schließlich seien die Daten für die Gäste ja schon bei den Vermietern vorhanden, wandte Armin Kanning ein.
Den Vorschlag einer Automatisierung des Prozesses machte Heiko Mannott vom Seebadeverein Horumersiel-Schillig. Der Vorwurf, er müsse das eingenommene Geld versteuern, wie Seebadevereinsvorsitzender von Hooksiel, Erwin Abels, meinte, wurde von Tom-Oliver Thomssen (CDU) mit dem Argument „durchlaufender Posten“ in Abrede gestellt. Schließlich ließ sich auch Bürgermeister Mario Szlezak von den Argumenten überzeugen. Die Abstimmung fiel entsprechend den Mehrheiten mit fünf zu eins Stimmen bei einer Enthaltung eindeutig aus.
Einsicht in Unterlagen
Einen Antrag der ZUW auf Umbenennung des Tourismusausschusses und einer entsprechenden Kompetenzveränderung lehnte die Mehrheit der anwesenden Ratsmitglieder ab. Zur Saisoneröffnung 2024 soll es in der Frieslandtherme in Horumersiel den Betrieb eines Fitnessstudios und einer Gastronomie geben, so die Info von Armin Kanning. Der Einbau einer alternativen Heizungsanlage im Thalasso Meeres SPA wurde mehrheitlich als illusorisch angesehen, da die bisherigen Planungen nicht über den Haufen geworfen werden könnten.
Keine große Zustimmung
Die von der Wählergemeinschaft geforderte Einsichtnahmen in sämtliche Bauunterlagen beim Thalasso Bau und entsprechende Rechnungen und Baubesprechungsprotokolle stießen bei den Teilnehmern nicht auf große Zustimmung. Einblick hätten die Mitglieder des Verwaltungsausschusses und der Gesellschafterversammlung gehabt, betonte Ulfers. Zudem habe jeder Ratsvertreter Einblick in die Unterlagen nehmen können, stellten Heiko Mannott vom Seebadeverein Horumersiel und Armin Kanning übereinstimmend fest. Das Stimmergebnis fiel mit fünf zu eins bei einer Enthaltung entsprechend aus.
