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Ukraine-Hilfe „Friesen helfen grenzenlos“ Rolf Werner Knaak packt seit Kriegsbeginn unermüdlich mit an

Rolf Werner Knaak aus Wilhelmshaven ist ehemaliger Marinesoldat und hilft tatkräftig bei „Friesen helfen grenzenlos“ mit.

Rolf Werner Knaak aus Wilhelmshaven ist ehemaliger Marinesoldat und hilft tatkräftig bei „Friesen helfen grenzenlos“ mit.

Natalia Vershko

Schortens/Wilhelmshaven - Rolf Werner Knaak blickt immer gespannt auf den nächsten humanitären Hilfstransport in die Ukraine, den das Team von „Friesen helfen grenzenlos“ (Verein in Gründung) organisiert. Denn während die Ukrainer auf Renate Brunken und ihre Helfer warten, um Hilfe zu erhalten, wartet der 69-jährige ehemalige Marinesoldat aus Wilhelmshaven darauf, seine Hilfe anbieten zu können.

Der Wilhelmshavener hatte bereits vor Kriegsbeginn beschlossen, sich aktiv für das Land und die Menschen einzusetzen. Als ehemaliger Soldat beobachtete er aus der Ferne die Kräfte der russischen Armee, die sich an der ukrainischen Grenze konzentrierten. Er konnte den Beginn der Invasion praktisch vorhersagen.

Seine erste Spende nach Kriegsbeginn

Am vierten Tag nach Kriegsbeginn Ende Februar 2022 spendete er sein erstes Geld für die Ukraine, und im März sammelte er notwendige Dinge und Lebensmittel für Flüchtlinge. „Ich sah, wie sich die Ereignisse in der Ukraine rasch entwickelten. Zivilisten und professionelle Soldaten leisteten Widerstand. Ich war stolz auf die Ukrainer. Dann kam das Verständnis, dass ich denen helfen wollte, die ihr Land trotz aller Bedrohungen nicht verlassen hatten“, erinnert sich Rolf Werner Knaak.

Im April 2022 las er in der Wilhelmshavener Zeitung einen Artikel über eine Frau aus Schortens, die beschlossen hatte, Spenden nicht nur an die Grenze zur Ukraine, wie es viele Freiwillige zu Beginn des Krieges taten, sondern direkt ins Land zu bringen. Diese Frau war Renate Brunken. „Ich rief sie sofort an und erhielt eine Liste der benötigten Dinge, die ich besorgen sollte. Seitdem denke ich immer, wenn ich in einen Laden gehe: ,Das und das wird den Ukrainern sicherlich helfen‘.“

Lang haltbare Lebensmittel, die schnell zuzubereiten sind, warme Kleidung, mobile Gaskocher, Hand- oder Stirnlampen, Arbeitshandschuhe, Werkzeuge, Generatoren, Medizin und Verbandskästen – all diese Dinge versucht Rolf Werner Knaak seither immer zu kaufen oder von engagierten Menschen zu sammeln.

Helfen mit einer Spende

Das Team von „Friesen helfen grenzenlos“ plant die nächste humanitäre Reise in die Ukraine für kommende Woche. Losgehen soll es am Freitag, 15. September. Die Helferinnen und Helfer rufen daher wieder zu Sach- und Geldspenden auf. Wer unterstützen möchte, kann das wie folgt tun:

Sachspenden können direkt bei Bettina Schild (0152/04629431) im Wangerland (Elisabethgroden 3c) oder bei Renate Brunken (0170/2146062) in Roffhausen (Roffhausener Landstraße 22) abgegeben werden.

Geldspenden können auf folgendes Spendenkonto bei der Volksbank Jever überwiesen werden:Empfänger: Friesen helfen grenzenlos e. V. i. Gr.IBAN: DE 2528 2622 5411 0643 8000Verwendungszweck: Ukraine-HilfeFür die Ausstellung einer Spendenquittung bitte die Adresse mit angeben.

„Bei jedem humanitären Transport gebe ich immer etwas für die Kinder weiter: Schulmaterial, Spielzeug, Kleidung und Süßigkeiten. Ich erinnere mich, wie Renate mir Fotos von dem Mädchen zeigte, das den Teddybären und den Rucksack hielt, den ich übergeben hatte. Diese Augen dieses Mädchens werde ich nie vergessen“, sagt der Wilhelmshavener.

Ukrainische Kinder aus einer Familie von Binnenvertriebenen halten Geschenke von Rolf Werner Knaak in den Händen. (Foto: Privat)

Ukrainische Kinder aus einer Familie von Binnenvertriebenen halten Geschenke von Rolf Werner Knaak in den Händen. (Foto: Privat)

Er versteht, wie sich die Soldaten fühlen

Außerdem hilft er auch den ukrainischen Soldaten, wenn er kann. Er kauft militärische Ausrüstung, manchmal sogar Ausrüstung, die den Soldaten den Kampf erleichtert oder ihn sicherer macht – oder er sucht Sponsoren genau dafür. Der 69-Jährige versteht gut, wie sich ein Soldat fühlt. Zivilisten könnten das nur schwer nachvollziehen, daher zögerten sie oft, den Soldaten zu helfen und sehen es als die Pflicht des Staates an.


„Das stimmt wirklich. Aber das ist Krieg: Jeder kann in nur einem Moment alles verlieren – Ausrüstung, Schutzausrüstung, Leben …“, verdeutlicht Knaak. „Wenn die Ehefrau eines Soldaten einen Helm für ihren Ehemann sucht, der besseren Schutz bietet, um sein Leben zu sichern, oder ein Nachtsichtgerät, damit die Soldaten die Aktivitäten der Russen nachts voraussehen und sich schützen können, kann man da solche Hilfe verweigern?“, fragt der Wilhelmshavener, für den es darauf nur eine Antwort gibt: „Nein.“ Darum hilft er unermüdlich weiter. Für seine Unterstützung der ukrainischen Soldaten hat Rolf Werner Knaak sogar eine Ehrenauszeichnung vom Oberst des ukrainischen Verteidigungsministeriums erhalten.

Die Ehrenauszeichnung, die Rolf Werner Knaak vom Oberst des ukrainischen Verteidigungsministeriums für seine Unterstützung der ukrainischen Soldaten erhalten hat. (Foto: Natalia Vershko)

Die Ehrenauszeichnung, die Rolf Werner Knaak vom Oberst des ukrainischen Verteidigungsministeriums für seine Unterstützung der ukrainischen Soldaten erhalten hat. (Foto: Natalia Vershko)

Der nächste Hilfstransport von „Friesen helfen grenzenlos“ soll am Freitag, 15. September, starten. Das ist bereits der 21. von insgesamt 22 Hilfstransporten der Organisation, bei dem Rolf Werner Knaak hilft. Und der ehemalige Marinesoldat will auch weiterhin helfen, so viel wie nötig. In seinem persönlichen Umfeld wird er für seinen Einsatz geschätzt und unterstützt. „Ich habe das für mich selbst beschlossen. Ich glaube, dass ich alles richtig mache, und wenn ich sehe, wie Renate Brunken zu ihrer nächsten Reise in die Ukraine aufbricht, fühle ich mich sehr zufrieden. Ermüdet mich das? Nein. Von Wohlwollen werde ich nicht müde.“

Hilfe kann ganz vielfältig sein

Seine Worte bekräftigt er mit Taten und fordert auch andere auf, zu helfen und sich an den Spenden zu beteiligen. Denn Rolf Werner Knaak ist überzeugt, dass Hilfe vielfältig sein kann. Darum appelliert er: „Vielleicht steht bei Ihnen ein behindertengerechter Rollstuhl auf dem Dachboden, der jemandem in der Ukraine bei der Fortbewegung helfen könnte. Und Handtücher, Bettwäsche oder warme Kleidung müssen nicht neu sein, Hauptsache sie sind sauber – all das wird immer in unbegrenzter Menge benötigt. Jeder kann helfen.“

Ralf Brunken (von links), Emily Jansen, Renate Brunken, Ilka Sanders und Torsten Nahbein verpacken die Spenden. (Foto: Natalia Vershko)

Ralf Brunken (von links), Emily Jansen, Renate Brunken, Ilka Sanders und Torsten Nahbein verpacken die Spenden. (Foto: Natalia Vershko)

Natalia Vershko
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