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Ukraine-Krieg Friedenstaube flattert über dem Kirchplatz Jever

Friedensfahne weht am Kirchplatz Jever.

Friedensfahne weht am Kirchplatz Jever.

Rahel Wolf

Jeverland - Der Landkreis Friesland hat die Fahnen vor seinen Gebäuden auf Halbmast gehängt; in Jever weht die grün-weiße Friedenstaube der „Bürgermeister für den Frieden“ über dem Kirchplatz: Bürgermeister Jan Edo Albers will damit genau wie alle anderen Bürgermeister weltweit als „Mayors for Peace“ ein Zeichen für den Wunsch nach Frieden und Zusammenhalt in Europa setzen.

Für Frieden

„Es ist unbegreiflich, wie drastisch sich in den vergangenen Wochen und Tagen die Situation in der Ukraine immer weiter zugespitzt hat. Wir müssen uns klar vor Augen halten, dass Frieden nichts Selbstverständliches ist, was einfach so da ist. Wir alle sind dazu angehalten, für den Frieden einzustehen“, sagt Jan Edo Albers. Die Organisation „Mayors for Peace“ setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um für ein friedvolles Miteinander einzustehen.

Ukraine-Krieg betrifft die Landwirtschaft:

„Was derzeit in und mit der Ukraine passiert, macht einfach nur sprachlos“: Der Kreislandvolkverband Friesland weist darauf hin, dass der Krieg nicht nur unsägliches Leid für die Ukrainerinnen und Ukrainer bringt, sondern auch Friesland betreffe „in Bereichen, die wir im Moment noch gar nicht alle überblicken können – Beispiel: Mineraldünger“.

Schon in den vergangenen Monaten waren Düngemittel knapp und teuer, weil zu ihrer Herstellung viel Erdgas eingesetzt wird, dessen Preis in diesem Winter durch die Decke gegangen ist, so der Kreislandvolkverband Friesland. „Jetzt ist auf den Märkten regelrecht Panik ausgebrochen, denn der weltweit größte Exporteur von Stickstoffprodukten ist ausgerechnet Russland. Die angekündigten Handelssanktionen werden vermutlich Auswirkungen auf die Warenströme haben, auch bei Kalidünger.“

Für die Landwirte in Deutschland bedeute das: Die Produktionskosten steigen weiter und fressen das Plus beim Milchgeld wieder auf. Vermutlich werden langfristig auch die Lebensmittelpreise für die Verbraucher steigen, so das Kreislandvolk „Und das rückt noch mal stärker ins Bewusstsein, wie erpressbar ein Land ist, das sich nicht selbst mit heimischen Lebensmitteln versorgen kann. Das muss bei allen Entscheidungen zur Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland – Stichwort: Umbau der Tierhaltung – unbedingt mitgedacht werden“, so die Landwirte.

Mahnwache am Schloss

Landrat Sven Ambrosy will ebenfalls Zeichen setzen: An diesem Samstag, 26. Februar, wird das jeversche Schloss von 19 bis 23 Uhr in den Farben der Ukraine blau-gelb als Zeichen Solidarität angestrahlt. Um 19.30 Uhr ruft der Landrat zu einer stillen Mahnwache vor dem Schloss.

Friedensgebet

Jevers Ökumene lädt unterdessen zu weiteren Friedensgebeten ein: Pastor Thorsten Harland und Pfarrer Walter Albers schließen sich damit einem Gebetsaufruf der Ev. Kirche in Deutschland, der Deutschen Bischofskonferenz und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen an. Die Andacht findet am Sonntag, 27. Februar, ab 18 Uhr in der kath. Kirche St. Marien statt.

Geschockt und entsetzt, wütend und fassungslos – mehr als 50 Frauen und Männer haben am Freitagabend in der Stadtkirche Jever mit den Pastoren Thorsten Harland und Jürgen Walter sowie Pfarrer Walter Albers für Frieden gebetet. Als die Andacht geplant wurde, sei noch nicht abzusehen gewesen, dass so bald schon Krieg herrscht, sagte Harland.


In Schillig läutet ab sofort jeden Mittag um 12 Uhr die große Glocke „Michael“ als Mahnung gegen den Krieg und Totenklage über die Opfer in der Ukraine und Russland.

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