Schortens/Friesland - Zwei Frauen, die nach Kriegsausbruch in der Ukraine vor gut einem Jahr auf privatem Wege Spendensammlungen und Hilfstransporte organisiert haben, pausieren auch ein Jahr später nicht, sondern ziehen ihr humanitäres Engagement noch stringenter auf: Renate Brunken (Roffhausen) und Bettina Schild (Wangerland) haben mit ihrem Verein „Friesen helfen grenzenlos“, der als eingetragener Verein in Gründung ist, eine Basis geschaffen, um mit eigenem Spendenkonto die regelmäßigen Hilfstransporte in die Ukraine auch weiterhin auf die Beine stellen zu können. Die nächste Fahrt ins Kriegsgebiet ist Ende März geplant, wissend, wie hoch die Gefahr ist, die überlebensnotwendigen Spenden direkt ins Land zu bringen.
Tödlicher Raketenangriff bei Lviv
In der Gemeinde Zolochiv in der Region Lviv, wohin Renate Brunken und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter regelmäßig Lebensmittel, medizinische Ausrüstung, Hygieneartikel und Medikamente bringen, sind erst vor wenigen Tagen nach einem Raketenangriff fünf Ukrainer ums Leben gekommen. Und das, obwohl diese Region weit von der Frontlinie entfernt liegt.
Diese Spenden werden benötigt: Lebensmittel (Konserven, schnelle Suppen, Tee, Kaffee, lange haltbare Lebensmittel); Medikamente (Schmerz- und Fiebermittel, Tabletten gegen Grippe, Erkältung, blutstillende medizinische Präparate); Hygieneprodukte (Baby- und Erwachsenenwindeln, Feuchttücher, Einwegwindeln); mobile Gaskocher, Thermoskannen, Wärmflaschen
Kontakt: Renate Brunken (0170/2146062) und Bettina Schild (0152/04629431)Mail: kontakt@friesenhelfengrenzenlos.de
Spendenkonto: Empfänger: Friesen helfen grenzenlos e.V. i.Gr.; IBAN: DE2528 2622 5411 0643 8000Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe(für das Ausstellen einer Spendenquittung Adresse mit angeben)
„Die Rakete hat ein Wohnhaus getroffen“, berichtet Renate Brunken, die in ständigem Kontakt zu den Helfern des ukrainischen Hilfsnetzwerkes vor Ort ist, die dann wiederum von Lviv aus die Spenden weiter verteilen. „Wir werden trotzdem weitermachen und nicht aufhören, humanitäre Hilfsgüter direkt ins zu Land bringen“, sagt Renate Brunken, die allen dankt, die diese Hilfe mit Geld- oder Sachspenden unterstützen.
Kleine Klinik überlastet
Unter anderem konnte einer kleinen Klinik in Lozovatka (Gebiet Poltawa) geholfen werden, indem dringend benötigte Medikamente und medizinsische Ausrüstung aus Friesland übergeben wurde. So zum Beispiel ein Ultraschallgerät, das Dr. Michael Benjes aus Hohenkirchen gespendet hatte und das bereits in Betrieb ist. In diese kleine Klinik werden verwundete und kranke Soldaten sowie Zivilisten aus den Kriegsregionen transportiert, obwohl diese Einrichtung überhaupt nicht für eine derartige Belastung ausgestattet ist. Es fehlt an allem, insbesondere an Medikamenten, medizinischen Gerätschaften und Verbandsmaterial. „Dank unserer Spenden konnten wir dem Personal wenigstens ein bisschen helfen“, berichtet Renate Brunken erfreut. Und auch der übernächste Transport ist bereits geplant: Nach dem Osterfest soll es in Richtung Kiew gehen.
