Sande - Die Gemeinde Sande hat auf ihrer letzten Ratssitzung in diesem Jahr erstmals seit vielen Jahren wieder den Umweltpreis vergeben. Die ersten Preisträger dieser wiederbelebten Initiative ist die Gruppe „Artenschutz Rehkitzssuche“. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert.
Ratsvorsitzende Manuela Mohr und Bürgermeister Stephan Eiklenborg überreichten Urkunde und Scheck an die Rehkitzretter Thomas Husmann und Frederick Kusch. Zu der Initiative gehören außerdem Andreas Ideus und Joachim Ihnen von der Jägerschaft Wilhelmshaven/Friesland, die leider verhindert waren und nicht persönlich an der Ehrung teilnehmen konnten.
Viele Tiere gerettet
Die Gruppe aus freiwilligen Helfern ist in und um Sande landwirtschaftliche Flächen, die vor der Mahd standen, mit Drohnen abgeflogen und hat somit nach Rehkitzen im hohen Gras Ausschau gehalten. Viele Kitze konnten so vor dem Tod durch die landwirtschaftlichen Mähmaschinen gerettet werden. Die Kitze liegen verborgen in ihrer Kinderstube im hohen Gras, haben keinen Fluchtinstinkt, sondern vertrauen auf ihre gute Tarnung und nehmen auch nicht vor herannahenden Mähwerken Reißaus. Das hat früher für viele Kitze den sicheren Tod bedeutet. Immer öfter helfen Jäger und Drohnenpiloten, vor der Mahd die Kitze aufzuspüren und an einen sicheren Ort in der Nähe zu bringen oder die Liegeplätze zu sichern und zu markieren, so dass den Jungtieren durch Mähwerke nichts geschieht. Auch Junghasen oder Vogelgelege können so gerettet werden. Vorgeschlagen für den Umweltpreis hatte die Rehkitzretter der Sander Landwirt (und CDU-Ratsherr) Reemt Borchers, der die Jägerschaft und Drohnenpiloten engagiert hatte, bevor er im Mai zur ersten Mahd auf seine Felder fuhr.
Der Sander Umweltpreis stammt ursprünglich aus den 1990er Jahren, wurde aber nur kurz mit Leben erfüllt und geriet irgendwann in Vergessenheit. Die Ratsgruppe aus Grüne, FDP und Linke hat den Preis Anfang des Jahres aus der Versenkung gehoben, der Rat aktualisierte die Richtlinien im März und schrieb die Vergabe aus. Mehrere Vorschläge seien eingegangen, eine Jury, bestehend aus Bürgermeister, Vertretern des Bau- und Umweltausschusses sowie der Ortsgruppen von NABU und BUND, wählte den Preisträger aus.
Nachahmen empfohlen
Der Gemeinderat hat auf seiner Weihnachts-Sitzung die Richtlinien nochmals genauer definiert. Bewerbungsvoraussetzungen und der Kreis der Vorschlagsberechtigten wurden nochmals etwas genauer gefasst. Zudem kann der Preis auch auf mehrere Preisträger oder Initiativen verteilt werden. Vorgeschlagen werden können auch Einzelpersonen, Schulen, Kitas, Betriebe oder Institutionen, die mit besonderen Projekten und Aktionen den Zielen des Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes dienen und zur Förderung des Umweltbewusstseins in der Gemeinde Sande beitragen und die zum Nachahmen empfohlen sind. Voraussetzung: die Projekte müssen aktuell durchgeführt werden oder dürfen höchstens zwei Jahre zurückliegen. Ausgeschlossen sind Projekte, für die es öffentliche Fördergelder gab oder die auf Grundlage gesetzlicher Anforderungen durchgeführt wurden.
Weitere Infos zum Umweltpreis gibt es im Sander Rathaus, Tel. 04422/ 958824 (Tobias Hartmann) oder auf der Internetseite der Gemeinde.
