Bockhorner Moor - Heiko Ohmstede ist richtig sauer. Da hat er einst aus Familienbesitz einen Hektar Land geerbt, im Bockhorner Moor, da, wo der Reindersdamm auf den Großen Querdamm trifft. Ein kleines, idyllisches Naturparadies, Rehe schauen vorbei, Bachstelzen wippen, im Sommer surren die Libellen. Und nun das: Bei Nacht und Nebel ist ein mächtiger Wall aus Baumstumpen und Müll aufgeworfen worden, anhängerweise wurde das Zeug abgekippt. Der Landkreis als Untere Naturschutzbehörde hat aber nicht an die Frevler, sondern an Ohmstede selbst einen Bußgeldbescheid geschickt, obwohl der für den Müll gar nichts kann.

Im Gegenteil. Ohmstede ging selbst an die Arbeit, brachte vergammelte Matratzen und Kinderbetten zur Deponie, transportierte Sträucher zum Osterfeuer, zerrte die Baumstumpen auseinander. Bundestagsabgeordnete und Umweltverbände wurden eingeschaltet, doch am Ende blieb Ohmstede allein mit der Aufforderung des Kreises zur Anhörung im Verfahren.

Aber nicht die Behörde ist es, über deren Handeln sich Ohmstede ärgert: „Die machen auch nur ihre Arbeit.“ Zudem ist die Gemeinde Bockhorn als Mittler eingeschritten, der Leiter der Umweltabteilung, Jörg Lorenz, und Siegmund Wernicke vom Bauhof waren am Dienstag vor Ort, um sich die Lage anzusehen: „Wir werden in Absprache mit dem Kreis versuchen, mit den Stumpen die Zufahrt zu dem Gelände abzusperren.“ Genau darum geht es Heiko Ohmstede. Er will verhindern, dass diese Umwelt-Vermüllung weitergeht. Er hat sich an die Polizei gewandt, doch die sah bislang keinen Grund, einzuschreiten. Also geht Ohmstede jetzt an die Öffentlichkeit, um die Vermüller zu stoppen. Beobachtungen sollen mitgeteilt werden. „Es wurden Trecker auf dem Gelände gesehen“, berichtet Ohmstede. Das lässt darauf schließen, dass Moor-Nachbarn günstig entsorgt haben. Es kam frischer Tuja-Schnitt hinzu, Hobbygärtner scheinen die Lage ausgenutzt zu haben. Heiko Ohmstede wohnt im Ammerland, aber er wird verschärft sein Augenmerk auf sein Moorland richten. Jetzt freut er sich erstmal über die Unterstützung der Gemeinde Bockhorn: „Sie ist rechtlich gar nicht dazu verpflichtet.“ Einfach wird die Sache auch nicht, auf dem Gelände gibt es noch Hochmoor, da ist mit schwerem Gerät nicht viel zu machen.