Upjever - Erneut müssen sich 65 Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ auf einen längeren Auslandseinsatz einstellen – eine schwere Zeit auch für ihre Familien. Die verfolgten als Gäste am Freitagvormittag den Verabschiedungsappell auf dem Fliegerhorst Upjever. Die Soldaten aus dem I. und II. Bataillon, aus der Ausbildungsstaffel und dem Regimentsstab werden in Kürze in die Einsatzgebiete nach Niger, Mali, Jordanien und Afghanistan fliegen. Rund vier Monate wird ihr Auslandseinsatz dauern.

Der Appell, zu dem auch die Vorgesetzten und Kameraden aus dem I. und II. Bataillon angetreten waren und an dem auch Vertreter der Standortkommunen sowie der Landrat teilnahmen, sei ein Zeichen der Wertschätzung, sagte Regimentskommandeur Oberst Marc Vogt. „Wir wollen nichts schönreden“, so Vogt: „Sie werden mit dem Einsatz in eine gefährliche Mission entsandt.“

Die Einsatzgebiete und Missionen der Objektschützer

Mali: Das Land ist einer der Krisenherde in Afrika. Im Rahmen der UNO-Stabilisierungsmission MINUSMA sind im Norden des Landes mehrere hundert deutsche Soldaten stationiert. Die Objektschützer haben vor gut drei Jahren den Schutz von Camp Castor in Gao im Norden Malis übernommen. Der Mali-Einsatz gilt als der derzeit gefährlichste Einsatz deutscher Streitkräfte.

Niger: Auf dem Gebiet des internationalen Flughafens Niamey, der Hauptstadt des Niger, nehmen die Objektschützer Aufgaben zur Bewachung des deutschen Lufttransportstützpunktes wahr.

Jordanien: Im Sommer 2017 wurde die Verlegung des türkischen Stützpunkts Incirlik vorbereitet. Von Jordanien aus werden in der Mission „Counter Daesh“ über Syrien und dem Irak Überwachungsmissionen für die internationale Koalition gegen den „Islamischen Staat“ geflogen.

Afghanistan: Mission „Resolute Support“ in Mazar-E-Sharif. Der Auftrag ist die Ausbildung, Beratung und Unter­stützung der afghanischen Sicherheitskräfte. Resolute Support ist die Folgemission des beendeten ISAF-Einsatzes.

So lösen etwa die Pioniere mit zehn Soldaten Kameraden in Gao im westafrikanischen Mali ab. Außerdem verstärkt ein Trupp der Feldnachrichtenkräfte die Aufklärungskompanie in Gao. Weitere neun Soldaten verstärken die Sicherung von Transporten in Kabul in Afghanistan. Auch die Brandschützer stellen Personal für Aufgaben in Mali, in Jordanien und Afghanistan ab. Und 15 Soldaten werden Sicherungsaufgaben im deutschen Kontingent in Niamey in Niger übernehmen und dort Kameraden ablösen.

„Wir sind ein Einsatzverband und Einsätze im Ausland gehören zu unserem Beruf“, sagte der Chef des I. Ba­taillons, Oberstleutnant Oli­ver Tamminga. „Aber jeder Einsatz bedeutet für jeden von uns Vorbereitung, Übungen, Entbehrungen und Belastungen. Und auch wenn wir schon zu vielen Verabschiedungsappellen angetreten sind: Ein Auslandseinsatz ist immer gefährlich und darf nie zur Routine werden“, so der Bataillonskommandeur.

Die Soldaten seien gut vorbereitet: „Sie gehen als kleine Kampfgemeinschaft in den Einsatz“, sagte Tamminga. Er richtete sich in seiner Ansprache auch ganz besonders an die Angehörigen und Familien der Soldaten: „In diesem Beruf kommt es am meisten auf Ihre Unterstützung an.“ Grüße, verbunden mit dem Wunsch auf eine unversehrte Heimkehr, überbrachten auch Frieslands stellvertretender Landrat Reiner Tammen sowie die beiden Militärseelsorger Bernhard Jacobi und Rainer Schönborn.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever