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Nach Starkregen in Upjever Nachbarn sind sauer auf den Fliegerhorst

Upjever - Die sintflutartigen Regenfälle am Mittwoch und Donnerstag haben gezeigt, wie veraltet und völlig unterdimensioniert das Regenwassersystem in Upjever ist. Auf dem Anfang des Jahres gerodeten Bauteppich für ein mitten zwischen den alten Siedlungshäusern gelegenen und heftig umstrittenen Neubauvorhaben für rund 20 Wohneinheiten stand selbst am Freitagabend das Wasser noch etwa 20 Zentimeter hoch.

Tatsächlich ist das Baufeld eine große Seenlandschaft. „Das wird demnächst eine ordentliche Mückenplage geben“, meint Anwohner Frank Luikenga. Er und seine Nachbarn Sabine Schuhmann, Bernd Schiel, Nicole und Oliver Scholz sorgen sich, wo all das Wasser erst bleiben soll, wenn auch diese Fläche bald zugepflastert und versiegelt ist mit mehreren Häusern, Auffahrten und Wegen. „Upjever säuft jetzt schon ab“, sagt Nicole Scholz.

Upjeversche Seenplatte

Noch viel mehr als über den ganz langsam ins Erdreich versickernden Regen machen sich die Bewohner der Siedlung Upjever aber Sorgen um ihre Häuser. Denn auch der Schmutzwasserkanal in der Siedlung kommt an seine Grenzen. Zumindest ist das System nicht dafür ausgelegt, dass auch die Bundeswehr das Wasser aus ihren vollgelaufenen Kasernenkellern in den Kanal der Siedlung leitet. Genau das aber, so ärgern sich die Anwohner, soll in der Nacht zu Donnerstag auf dem Fliegerhorst angeordnet worden sein. Tausende unfassbare Liter drückten in die Rohre und von dort in die Keller der Siedlungshäuser. „Wir haben die ganze Nacht den Dreck abgepumpt, der in die Waschbecken und Toiletten hochquoll“, sagt Oliver Scholz.

Sie alle ärgert, dass schließlich die Feuerwehr gerufen wurde, um der Bundeswehr beim Abpumpen mehrerer Keller mit sensibler Technik zu helfen und man sich noch vom DRK mit Schnittchen beliefern ließ, während die Anwohner buchstäblich hilflos im Regen stehen blieben und beinahe abgesoffen sind.

„Die haben doch eine eigene Werksfeuerwehr auf dem Fliegerhorst“, wundert sich Frank Luikenga. „Und wieso wird das Wasser nicht aufgefangen, sondern ins ohnehin schon überforderte Kanalsystem gepumpt?“ Erst die Schortenser Feuerwehr habe schließlich das Regenwasser in den Forst Upjever geleitet. Eine Stellungnahme vom Fliegerhorst war am Freitagabend nicht mehr zu bekommen.


Kanalsystem vor Kollaps

Dass ihr Klagen mit Blick in die Hochwasser-Katastrophenregionen ein Klagen auf hohem Niveau ist, das sei ihnen selbstverständlich bewusst in Upjever. Und es sei großartig, was auch die Bundeswehr dort an Hilfe leiste.

Aber die Forderung der Anwohner in der Waldsiedlung sei dennoch klar: Die Regen- und Abwassersysteme müssen größer dimensioniert sein, erst recht, wenn irgendwann das Bauprojekt in ihrer Siedlung realisiert wird. Wann das soweit sein wird, ist unklar. Offenbar hat noch kein Investor angebissen.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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