Schortens - Der Skateplatz Hohe Gast ist so etwas wie das „Sorgenkind“ der Stadt Schortens. Vor Jahren mit erheblichem (finanziellen) Aufwand errichtet, fällt der Platz, zu dem auch ein Basketballfeld und ein Bolzplatz gehören, seit geraumer Zeit vor allem durch Fälle von Vandalismus auf.

Und: In der „Skater-Community“ spielt der Platz eher keine Rolle, weil die Übungselemente sehr anspruchsvoll und somit nur für echte Könner geeignet sind. Davon abgesehen: Der Belag ist ungeeignet. Er ist zu rutschig und zu wenig griffig, was schon beim ersten Jugendforum im Sommer 2021 bemängelt wurde.

Viele Skater ziehen daher allemal die Anlage in Jever oder den neuen Skateplatz in Sande vor. So hat es der Straßensozialarbeiter Markus Gand jüngst im Ausschuss für Jugend und Sport geschildert.

Die Stadt – Verwaltung und Politik – wollen den Platz in Schortens erhalten, sagt Tanja Keilwagen von der Verwaltung. Eine Neugestaltung mit anderen Trainingselementen sei jedoch sehr aufwendig und kostspielig. Im Übrigen sei es natürlich ärgerlich, wenn diejenigen, für die er gedacht ist, mutwillig Schäden verursachten.

In diesem Zusammenhang kam der Vorschlag, eine Videoüberwachung zu installieren, um Vandalismus zu verhindern. Was sich auf den ersten Blick schlüssig anhört, stößt in der Praxis auf Hindernisse. Denn: Für eine Videoüberwachung müssten die Anforderungen des Datenschutzgesetzes erfüllt werden.


Dazu zählt eine ausführliche Abwägung zwischen den Rechten der Betroffenen und dem Schutz der Gegenstände. Zunächst muss nach Auskunft der behördlichen Datenschutzbeauftragten auch eine Datenschutz-Folgenabschätzung erstellt werden.

Dann ist zu unterscheiden zwischen Videoüberwachung und Videobeobachtung. Letzteres wäre für den Platz Hohe Gast „leichter umzusetzen, da hier keine Aufzeichnung erfolgt – vielleicht könnte dies zumindest für einen Zeitraum angedacht werden“.

Die Installation von Videokameras sieht die Datenschutzbeauftragte „trotz der Schwere des Vandalismus als eher schwierig an“. Häufig führe das auch zu einer Verlagerung der Problematik auf andere Orte, löse also das Problem nicht. In diesem Zusammenhang weist die Datenschutzbeauftragte auf die britische Hauptstadt London hin: Die dortige intensive Videoüberwachung habe zu keiner Verminderung der Kriminalität geführt.

Die Datenschutzbeauftragte hat der Stadt ein Prüfschema zugesandt, welche Punkte für eine Videoüberwachung erfüllt werden müssten. Dieses Schema werde nun geprüft, sagt Keilwagen.

Vor Ort setzt der städtische Bauhof indessen folgende Dinge um: Das obere Ballfangnetz wird ersetzt (Kosten: etwa 4700 Euro); Stolperfallen auf dem Basketballplatz werden beseitigt; ein neuer Mülleimer wird installiert; zudem werden zwei Bänke aufgebaut; die Rampe, die zwischenzeitlich repariert und erneut beschädigt wurde, wird mit einem Blech bündig mit dem Bodenbelag verbunden.

Jörg Grabhorn
Jörg Grabhorn Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt