Varel - Am Beruflichen Gymnasium der BBS Varel haben 29 Schülerinnen und Schüler am Freitag ihre Zeugnisse entgegengenommen. Bei einer Feierstunde im Forum der Oberschule an der Arngaster Straße wählten Schulleiter Ralf Thiele und Gymnasium-Koordinator Michael Barre deutliche Worte für die herausfordernden Pandemie-Umstände der vergangenen Jahre. Jahrgangsbester Noel Heide dagegen überhäufte Lehrkräfte, Mitschüler und deren Angehörige mit amüsanten Anekdoten.
Thiele sagte, er freue sich, „dass es zum ersten Mal seit 2019 wieder eine solche Verabschiedung mit den Angehörigen gibt“. Und an die Absolventen gerichtet: „Vielen Dank für Ihr verständnisvolles und verantwortungsvolles Verhalten in den vergangenen drei Jahren.“ Aktuellen Studien zufolge strebten junge Menschen vor allem nach Spaß, Sicherheit und Sinn, was angesichts zahlreicher Krisen wie Krieg, Corona und Klimawandel schwer umzusetzen sei. Auch und gerade deshalb gelte, so der Schulleiter: „Bleiben Sie optimistisch.“
Die beiden Jahrgangsbesten Lea-Marie Korzuschnik und Noel Neide (Mitte) mit BBS-Schulleiter Ralf Thiele (rechts) und Gymnasium-Koordinator Michael Barre. BILD: Thilo Schröder
„Wie im Horrorfilm“
Das Abitur, sagte Barre, sei ein „entscheidendes Ereignis im Leben“, das es erstmal zu verarbeiten gelte. Der diesjährige Jahrgang habe „psychische und physische Herausforderungen, die ihresgleichen suchen“ zu bewältigen gehabt: „wie in einem Horrorfilm, nur in einem schlechten“. Zudem seien die Perspektiven für die Absolventen deutlich unsicherer als bei vorherigen Jahrgängen. Auch der Gymnasium-Koordinator schloss mit positiven Worten: „Alles Gute für Ihre Zukunft.“
Jahrgangsbester ist Noel Heide mit einem Notenschnitt von 1,7. Er möchte in Groningen Psychologie studieren, alternativ in Hildesheim. Die Zeit an der BBS fasste der 21-Jährige so zusammen: „Ich bin alt und dick geworden.“ Bei den Mädchen hat die 19-jährige Lea-Marie Korzuschnik mit 2,0 am besten abgeschnitten. Sie plant, in Göttingen Deutsch und Englisch auf Lehramt zu studieren. Die vergangenen Jahre seien „anstrengend“ gewesen, „aber meine Freunde und Familie haben mir sehr geholfen“.
Intime Einblicke
Nach den ernsten Reden seitens der Schulleitung lockerte Heide die Stimmung mit einem unterhaltsamen Beitrag auf. Anstatt höfliche oder tränenreiche Lobeshymnen zu singen, plauderte er über intime nächtliche Nachrichten im Klassenverband, über fluchende oder plötzlich schwangere Lehrkräfte und eine „fast schon meditative Leere“ im Kopf nach den Prüfungen.
In Erinnerung bleiben werde ihm besonders der lockere Umgang zwischen Lehrkräften und Schülern: „Wir haben zusammen durchgehalten, in guten wie schlechten Zeiten.“ An Erstere gewandt, sagte er: „Danke, dass Sie sich menschlich gezeigt haben und auch wir Schüler lernen konnten, Verständnis zu zeigen.“ Und an seine Mitschüler gerichtet: „Ich bin gespannt, was aus uns wird. Danke für die schöne Zeit. Und danke, liebe Eltern, für eure Chaoten.“
Die Abiturprüfung 2022 am Beruflichen Gymnasium der BBS Varel haben die folgenden Schülerinnen und Schüler bestanden: Hannes Albers (Varel), Jacqueline Ammermann (Rastede), Laurien Bakker (Varel), Gabriel Bieloch (Varel, Jadebusen), Christos Bletsogiannis (Varel), Benno Claassen (Varel), Tabea Gribbe (Varel), Adriana Heft (Zetel), Finn Heger (Varel), Noel Heide (Varel, Jahrgangsbester mit dem Notenschnitt 1,7), Leonie Iken (Varel), Tommy Lee John (Varel), Steven Kersten (Varel), Lea-Marie Korzuschnik (Varel), Leon Krause (Zetel), Dominic Lehmann (Varel), Maxim Linnik (Varel),Nina Antonia Maas (Varel), Levke Michelsen (Varel), Lea Mae Neundörffer (Varel), Jana Proksch (Bockhorn), Lasse Renken (Varel), Jean-Luc Rothenburg (Bockhorn), Inken Schomaker (Varel), Lena Marie Siefjediers (Zetel), Marie Steenken (Varel), Athina Vrettopoulou (Varel), Jerre-Marten Wagner (Varel), Tammo Wiese (Varel).
