Varel/Büppel - Die Eltern der Vareler Grundschulkinder können die Rückkehr zum Schichtbetrieb in den Schulen nicht nachvollziehen. Die Elternräte der Grundschule am Schlossplatz und der Grundschule Büppel haben sich mit jeweils einem Schreiben an die Kreisverwaltung gewandt. Beide Schreiben liegen unserer Redaktion vor.
„Besorgt“ zeigt sich der Elternrat aus Büppel. Der Schichtbetrieb in den Schulen setze die Familien einer enormen Belastung aus – und das ohne nachvollziehbaren Grund. Auch an der Schlossplatzschule sehen die Eltern keine Notwendigkeit, zum Wechselmodell zurückzukehren.
„Die Erstklässler sind gerade in die Schule gestartet und haben begonnen, sich im Schulalltag zurechtzufinden und Freundschaften zu schließen. Die veränderte Situation mit Abstandsregeln und Gruppenteilung wird sie erneut in eine völlig ungewisse Situation versetzen“, schreibt der Elternrat aus Büppel. Auch für die älteren Schüler sei die erneute Trennung eine große Belastung.
Infektionsgefahr gering
Dazu kommt, dass sich die Neuinfektionen vor allem im Norden des Landkreises zugetragen hätten. Das rechtfertige so eine Maßnahme für eine Grundschule in Büppel nicht. Der Anstieg der Fallzahlen sei lokal begrenzt. Auch die Eltern der Schüler der Schlossplatzschule sehen keine Gefahr: Die meisten Schüler kämen zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule, mit dem Bus fahre kaum jemand. Die Infektionsgefahr sei daher gering. Dem Schichtbetrieb an den Schulen stehe außerdem der weiterhin mögliche Sportbetrieb gegenüber. Auch der Betrieb in Kitas gehe normal weiter.
Kritik an Info-Politik
Viele Eltern seien außerdem kaum in der Lage, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, weil bereits alle Urlaubs- und Betreuungstage aufgebraucht seien. An der Schlossplatzschule sieht man noch eine ganz andere Gefahr: Da der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund an der Schule recht hoch sei, könnten viele Eltern ihre Kinder beim Lernen zu Hause nicht richtig unterstützen.
Auch an der Informationspolitik des Landkreises gibt es Kritik: Die Ankündigungen in den Medien hätten bei den Eltern der Büppeler Grundschüler für große Unsicherheiten gesorgt, bevor überhaupt die Schulen informiert waren. Der Büppeler Elternrat fragt zudem, welches Gremium die Entscheidung auf welcher Grundlage getroffen habe.
