Varel - Sie fordern das sofortige Ende der Corona-Maßnahmen, wollen eine direkte Demokratie und damit mehr Bürgerbeteiligung und sind gegen jede Einschränkung von Ungeimpften: Die Basisdemokratische Partei Deutschlands existiert erst seit fast einem Jahr und ist mitten in der Corona-Krise entstanden. Mit drei Kandidaten auf der niedersächsischen Landesliste sind die Friesen aus dem Basis-Kreisverband Küste-Jade in das Rennen um einen Sitz im Bundestags gegangen: Michael Schlicksbier-Hepp aus Zetel, Axel Peter aus Jever und Andrea Henning aus Neuenburg, Direktkandidatin im Wahlkreis 26, wollten in den Bundestag einziehen. Doch am Sonntagabend musste die Basis eine Wahlschlappe einstecken.

Im Wahlkreis 26 Friesland/Wittmund/Wilhelmshaven erreichte die Basis bis zum Druckschluss unserer Zeitung bei den Erststimmen etwa 1 Prozent, bei den Zweitstimmen noch etwas weniger. Die 5-Prozent-Hürde für den Einzug in den Bundestag blieb in weiter Ferne.

„Mit Pastor Edgar Rebbe als Direktkandidaten hätten wir vielleicht eine Chance gehabt“, sagt Andrea Henning. „Aber hier in Friesland ist die SPD sehr etabliert.“ Die 56-Jährige aus Neuenburg hatte sich nach eigener Aussage wenig Chancen ausgerechnet, als Direktkandidatin in den Bundestag einzuziehen. „Aber ich hatte schon gehofft, über die Landesliste reinzukommen.“

Am Wahlabend gibt sie sich angesichts der Wahlniederlage der Partei gelassen. „Wir haben nächstes Jahr die Landtagswahl, dann geht es weiter.“ Außerdem sei die Partei so jung, dafür habe sie viel erreicht. Die Wahlschlappe erklärt sich Andrea Henning auch damit, dass manche Sympathisanten gar nicht zur Stimmabgabe gegangen seien. „Viele, die Kritik an den politischen Entscheidungen üben, gehören zu den typischen Nichtwählern.“ Ein weiterer Grund: „Ich denke, viele haben uns auch deswegen nicht gewählt, weil wir eine kleine Partei sind und sie das Gefühl hatten, ihre Stimme zu verschenken.“ Fazit: „Natürlich haben wir uns mehr versprochen, aber wir haben alles gegeben.“ Über die Gemeinderäte wolle die Partei jetzt „zeigen, wie direkte Demokratie überhaupt funktioniert“. Auch im Zeteler Gemeinderat zieht in der neuen Legislaturperiode mit Stephanie Langner ein Mitglied der Partei „Die Basis“ ein.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales