Varel/Hamburg - Die Azubis von Premium Aerotec (PAG) kämpfen um ihre Zukunft beim Flugzeugzulieferer. Am Donnerstag protestierten sie in Hamburg kurz vor dem Start der Tarifverhandlungen zwischen dem Mutterkonzern Airbus und der Gewerkschaft IG Metall gegen den geplanten Abbau von mehr als 3000 Stellen im Norden.
Von den Jobstreichungen betroffen ist auch der PAG-Standort in Varel. Im Werk am Riesweg stehen 500 Stellen zu Disposition, 80 Leiharbeitern ist bereits gekündigt worden. In Nordenham (Kreis Wesermarsch) sollen 1100 Stellen wegfallen. Betroffen sein könnten vor allem die Auszubildenden. Für Airbus in Hamburg habe der Konzern laut IG Metall bereits eine Kürzung der Ausbildung um 150 Personen angesprochen.
Kürzung um 40 Prozent
Detaillierte Zahlen für die PAG-Werke wurden zwar noch nicht vorgestellt. „Aber auch hier plant die Geschäftsführung eine massive Kürzung der Ausbildungsplätze um 40 Prozent“, so die Gewerkschaft. „Das, was Airbus und PAG vorhaben, ist nicht in Ordnung“, schimpfte die Auszubildende Sophie Büsing: „Wir haben hier bei Premium Aerotec wegen der guten Ausbildung und unbefristeten Übernahme begonnen. Uns ist es wichtig, die Transformation als Teil von Airbus zu gestalten.“
Für die Azubis macht sich auch der Betriebsrat stark. Denn erholt sich die Luftfahrtbranche von der Krise, würden ohne sie die nötigen Fachkräfte fehlen. „Wir sind eine wachsende Industrie, und das wird auch so bleiben“, sagte Jürgen Bruns, Betriebsratsvorsitzender von PAG in Varel, zuletzt bei einer Protestaktion im Aeropark. Dort wurden vor zweieinhalb Wochen 500 leere Stühle aufgestellt – sinnbildlich für die 500 Arbeitsplätze, die dort wegfallen sollen.
Für Hochlauf rüsten
Bei den Gesprächen, die am Donnerstag in Hamburg begonnen haben, soll es auch um Zukunftskonzepte für Premium Aerotec gehen, teilte die IG-Metall mit. Neben der sozialen Verantwortung müsse die Ausbildung ein elementarer Bestandteil sein. „Sie muss ganz gezielt Zukunftstechnologien aufnehmen und die Beschäftigten für einen kommenden Hochlauf qualifizieren und dabei den demografischen Wandel im Blick haben.“
