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Kriminalität in Varel Sie wollen Betrügern das Handwerk legen

Varel - 2500 Euro hat eine Seniorin aus Varel kürzlich an einen Betrüger verloren, eine Frau aus Zetel war kurz davor, 48 000 Euro nach einem Schockanruf an einen Betrüger zu übergeben. In jüngster Zeit sind in Varel und der Friesischen Wehde vermehrt Betrüger unterwegs, die es auf das Geld von Senioren abgesehen haben. Grund genug für die Polizei, in die Banken zu gehen und die Mitarbeiter zu schulen.

Zwei drastische Fälle

In Zetel hatte am Wochenende eine 69-jährige Frau 48 000 Euro bei der Bank abgehoben, nachdem sie einen Schockanruf von einer falschen Polizistin erhalten hatte. Sie hatte der Zetelerin am Telefon glaubhaft versichert, dass die Tochter der 69-Jährigen einen tödlichen Verkehrsunfall in Köln verursacht habe und eine direkte Inhaftierung nur gegen eine Kautionszahlung in Höhe von 48 000 Euro abgewendet werden könne. Der Frau kamen jedoch Bedenken und sie ging zur Polizei.

Von einem vermeintlichen Bankmitarbeiter war kürzlich eine 87-jährige Frau aus Varel angerufen worden. Er sagte, dass ihr Geld auf dem Konto nicht mehr sicher sei und sie es abheben und bei der Bank angeben solle, dass sie es für die Reparatur einer Heizung benötige.

Sie ging zu ihrer Bank, um 4500 Euro in bar abzuheben. Ein Bankmitarbeiter händigte ihr zunächst lediglich 2 500 Euro aus, die sie anschließend den Tätern übergab. Durch den Erfolg bestätigt, kontaktierten die Täter die 87-Jährige erneut, was jedoch ihre Tochter bemerkte und der Polizei meldete. Mithilfe der Tochter gelang es der Polizei, eine weitere Geldübergabe zu vereinbaren und den Täter auf frischer Tat festzunehmen.

Tipps der Polizei

Damit falschen Polizisten und Schockbetrügern das Handwerk gelegt wird, nimmt die Polizei die Banken mit ins Boot und schult die Mitarbeiter. Alle Banken in Varel und der Friesischen Wehde werden derzeit von Eugen Schnettler, Präventionsbeauftragter der Polizei Varel, besucht.


Er schult sie im Umgang mit schwierigen Situationen und nimmt den Bankangestellten die Scheu, bei außergewöhnlichen Auszahlungen nachzufragen. „Wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, muss man auf sein Bauchgefühl hören und höflich nachfragen, wofür das Geld bestimmt ist“, sagt Eugen Schnettler.

Zudem hat er Infoblätter und Briefumschläge in den Banken verteilt. Die Briefaktion hat die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland ins Leben gerufen. In diesen Umschlägen sollen künftig höhere Geldsummen ausgegeben werden. Auf dem Umschlag stehen sechs Fragen – können zwei oder mehr Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, sollte die Polizei informiert werde.

Traute Börjes-Meinardus
Traute Börjes-Meinardus Redaktion Varel
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