Varel - Zum Klavierabend mit Professor Martin Dombrowski lädt der Verein für Kunst und Wissenschaft (Kuwi) am Donnerstag, 4. November, 20 Uhr, in die Aula des Lothar-Meyer-Gymnasiums in Varel ein. Der Pianist widmet diesen Klavierabend dem in Varel geborenen und aufgewachsenen Pianisten und Hochschulprofessor Wilhelm Behrens (1930-2000), bei dem er in den 1980er Jahren studierte. Dombrowski wird nicht nur am Flügel zu hören sein, sondern das Programm auch moderieren und dabei über die einzigartige Persönlichkeit seines ehemaligen Lehrers berichten.
Große Klassiker
„Besonders für die Epoche der Klassik“, erinnert sich Dombrowski, „erschloss Behrens seinen Studierenden ungeahnte Horizonte“. Zwei Werke des großen Klassikers Ludwig van Beethoven stehen denn auch am Beginn des Klavierabends, zunächst die Polonaise in C-Dur, op.89 und anschließend die Klaviersonate in D-Dur, op.28 („Pastoralsonate“). Nach der Pause wird der Pianist auf zwei weitere ihn heute noch faszinierende Aspekte seiner musikalischen „Lehrjahre“ aufmerksam machen: „Das war zum einen das mit Worten allein kaum definierbare Verständnis von Behrens für die Musik der deutschen Romantik und zum anderen seine Affinität zum Phänomen des Rhythmus.“ Als Beispiel für den ersten dieser beiden Aspekte spielt Dombrowski drei Intermezzi von Johannes Brahms, für den Aspekt „Rhythmus“ drei norwegische Tänze von Edvard Grieg. Martin Dombrowski bekleidet eine Professur an der Hochschule für Musik in Würzburg.
Aus Arztfamilie
Neben Hildegard Behrens (1937-2009), die als Sopranistin weltbekannt wurde, ist Wilhelm das zweite von sechs Geschwistern der musikbegeisterten Arztfamilie aus der Moltkestraße. Bereits als ganz junger Pianist überzeugte er bei Klavierabenden in Varel und der Region mit seinem brillanten und einfühlsamen Spiel. 1971 übernahm er eine Professur für Klavier an der Musikhochschule Freiburg.
Im Unterschied zu seiner berühmten Schwester, die nie öffentlich in ihrer Heimatstadt auftrat, konnten die Vareler das Können des Freiburger Klavierprofessors im Frühjahr 1966 erleben, als der 36-Jährige auf Einladung von Kuwi in der Aula des Gymnasiums, seiner ehemaligen Schule, gastierte. Das Publikum belohnte den Klavierabend von „vollendeter Harmonie“ und „müheloser, brillanter Technik“ mit Ovationen, hieß es anschließend im Gemeinnützigen. Nach seiner Pensionierung zog Wilhelm Behrens wieder nach Varel zurück. Er starb 2000 in Freiburg.
Ein Vorverkauf der Karten findet nicht statt. Der Eintrittspreis beträgt für die vom Jahresbeitrag befreiten Vereinsmitglieder 10 Euro, für Nichtmitglieder 20 Euro. Die Kasse öffnet um 19.15 Uhr. Es gilt die 2G-Regel.
