Varel/Nordenham - Klare Forderungen an die Airbus-Konzernspitze hat die „Allianz des Nordens“, ein Zusammenschluss von Ministern, Bundes- und Landtagsabgeordneten, sowie Bürgermeistern und Landräten aus der Region.
So spricht sich die Allianz gegen die Zerschlagung der Airbus-Tochter Premium Aerotec aus, die Werke in Varel, Nordenham und Bremen betreibt. „Eine schlanke und effiziente Struktur in der Wertschöpfungskette kann durch eine stärkere Integration/Anbindung in Airbus gelingen“, teilt die Allianz mit. Man werde sich gerne daran beteiligen, diesen Weg mitzugestalten, wenn es den Standorten und Beschäftigten zugute kommt.
Verunsicherung groß
Außerdem fordert die Allianz des Nordens, dass alle Standorte eine Zukunftsperspektive erhalten und Anteil an der technischen Weiterentwicklung haben.
Dass das Airbus-Management nun Gespräche angeboten habe, wertet die Allianz als gutes Zeichen, kritisiert aber zugleich, dass die Phase der Verunsicherung für die Beschäftigten in der Region schon viel zu lange anhalte. Die Gespräche mit der Airbus-Spitze müssten aber auch ergebnisoffen sein. Den Plan, wie ihn Airbus derzeit verfolgt, lehnt die Allianz des Nordens ab.
„Die Allianz wird darauf achten, wie ernst das Gesprächsangebot des Managements gemeint ist, denn dann müsste man auch damit aufhören, schon mal weiter an der Trennung der PAG zu arbeiten und diese Aktivitäten solange einstellen“, so Frieslands Landrat Sven Ambrosy. Nur dann könne ein Dialog gelingen.
Hintergrund ist der Plan von Airbus, die PAG in zwei neue Unternehmen zu splitten: Eines – unter anderem mit dem Standort Nordenham – soll sich auf die Flugzeugstruktur-Montage konzentrieren, das andere – zu dem auch das Werk Varel gehören soll – auf die Klein- und Einzelteilefertigung. Gerade die Vareler fürchten, dass ihr Werk damit auf einen Verkauf vorbereitet werden soll.
Kritik an Airbus
Airbus will damit nach eigenen Angaben die Produktionsabläufe straffen. Die Allianz sieht da aber keine stringente Argumentation. Wenn die Organisation einfacher und schlanker werden soll, warum wird dann noch eine Tochtergesellschaft gegründet, fragt die Allianz. Sie befürwortet eine Re-Integration von PAG in den Airbus-Konzern.
Kritik äußert die Allianz auch am Vorgehen von Airbus, dass jetzt plötzlich ein weiterer Teil des Hamburger Werks in die neue Struktur-Montage-Gesellschaft überführt werden soll. Das sei ein „offensichtlicher Versuch“, die neue Tochter ähnlich groß erscheinen zu lassen wie das französische Pendant. Gegner der Airbus-Pläne hatten auch stets eine deutsche Benachteiligung gegenüber der französischen Airbus-Tochter Stelia kritisiert.
