Varel/Nordenham - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) haben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, sich massiv für den Erhalt der Luftfahrt-Standorte Varel (Friesland) und Augsburg einzusetzen. In einem Brief bitten sie Merkel, erneut auf den Vorstand des Airbus-Konzerns zuzugehen, um eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden.

Der Airbus-Konzern will seine Tochter Premium Aerotec (PAG) aufsplitten und die Produktion in Varel und Augsburg verkaufen. Allein in Varel sind 1300 Beschäftigte in Sorge um ihre Arbeitsplätze. Betriebsrat und IG Metall sind gegen den Verkauf und wehren sich gegen den Vorwurf der Konzernführung, die Produktion an den Standorten sei zu teuer.

Bereits im Mai hatten Weil und Söder in dieser Sache an die Kanzlerin geschrieben. In dem Schreiben vom Donnerstag, das unserer Zeitung vorliegt, weisen sie auf die mangelnde Bereitschaft des Unternehmens hin, die von den Umstrukturierungen betroffenen Beschäftigten hinreichend sozial abzusichern. „Das erfüllt uns mit großer Sorge“, heißt es in dem Schreiben der Regierungschefs.

Das Management habe in einer Videokonferenz mit Kanzleramtschef Helge Braun geäußert, dass die Wettbewerbsfähigkeit von PAG „nur über eine Verkaufslösung“ gesichert werden könne. „Ein möglicher Investor wurde nicht genannt, ganz zu schweigen von konkreten Perspektiven für die Standorte“, schreiben Weil und Söder. Anders als von Airbus-Chef Guillaume Faury zugesagt, werde ein Verbleib im Konzern nicht als ernsthafte Alternative geprüft. „Dieser Umstand stößt bei uns auf großes Unverständnis.“ Weil und Söder appellieren, auf die Belange der Arbeitnehmer einzugehen. Ein längerer Arbeitskampf könne nicht im Interesse von Airbus liegen.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent