Varel/Obenstrohe - Auch der Niedersächsische Badminton-Verband (NBV) hat auf die anhaltend hohen Inzidenzzahlen in der Corona-Pandemie reagiert und die Punktspielsaison 2020/2021 abgebrochen bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Sowohl die Badmintonspieler des BV Varel als auch des TuS Obenstrohe halten das für alternativlos.
Das Zeitproblem
„Selbst wenn man die Saison in einer Einfachrunde zu Ende spielen würde, würden dafür je nach Staffelstärke drei bis vier Spieltage benötigt“, erläutern Guido Neuber und Werner Krehl vom TuS Obenstrohe: „Doch keiner kann zurzeit sagen, ab wann wieder gespielt werden kann.“
Hinzu komme, dass nach der monatelangen Trainingspause mindestens vier Wochen Vorbereitung für den Re-Start einzuplanen wären: „Da die neue Saison 2021/22 aber Anfang Mai geplant werden muss, müsste die Saison 2020/21 Ende April abgeschlossen sein. Das ist zeitlich nicht mehr zu realisieren.“
Die Zwangspause
Ins selbe Horn stoßen Bianca Pils und Susanne Deckert vom BV Varel. „Die Entscheidung, die Punktspiele abzusagen, ist völlig richtig und hätte auch früher gefällt werden können oder müssen“, sagt BVV-Abteilungsleiterin Pils. Nach solch einer langen Zwangspause seit Ende Oktober könne man nicht innerhalb von nur vier Wochen „Einspielzeit“ wieder einen Wettkampf bestreiten.
„Außerdem wird ja Doppel und Mixed sehr wahrscheinlich erst später wieder erlaubt sein, da die Abstände dort nicht eingehalten werden können“, erklärt Pils: „Somit ist an ein Punktspiel aktuell nicht zu denken. Das Verletzungsrisiko ist zudem zu groß.“
Das Personal
Immerhin: Austritte von Mannschaftsspielern wegen der Corona-Krise seien bislang weder beim TuS noch beim BVV zu verzeichnen. „Wir freuen uns, dass unsere Mitglieder auch in diesen schweren Zeiten und bei einem leider nicht möglichen Training dem BV Varel und damit auch der Sportart Badminton treu geblieben sind“, betont Deckert.
Das Hallenproblem
Allerdings: „Die Gewinnung neuer Mitglieder ist leider in den vergangenen Wochen und Monaten nicht möglich gewesen, da das Training nicht stattfinden konnte“, bedauert Neuber. Für die Obenstroher ergebe sich außerdem nun ein weiteres Problem. „Selbst wenn die Sporthallen für das Training wieder öffnen, ist ungewiss wie es bei uns mit dem Training weitergeht“, sagt TuS-Abteilungsleiter Krehl mit Blick auf die ab März geplante Sanierung der Sporthalle an der Plaggenkrugstraße in Obenstrohe. Die Halle stehe somit voraussichtlich bis zum September nicht als Trainingsort zur Verfügung.
Der Individualsport
Derweil gibt es Licht am Ende des Tunnels für die Badmintonspieler des BV Varel nach der Ankündigung des Landkreises Friesland vom vergangenen Freitag, die öffentlichen Sporthallen für den Individualsport ab dem 1. März bei Inzidenzwerten unter 50 wieder zu öffnen. „Meiner Meinung nach hätten wir durchaus schon seit Februar wieder Badminton spielen können, da wir im Einzel die Abstände ohne Probleme hätten einhalten können“, sagt Pils.
Die Gesundheit
Die BVV-Abteilungsleiterin ergänzt zudem: „Ich habe Verständnis für die Maßnahmen der Regierung, muss aber auch sagen, dass der Sport eine wichtige Komponente für die Gesundheit und das Wohlsein eines jeden Einzelnen ist, die nicht zu verachten ist.“ Daher freue sich Pils nun auf die Rückkehr zum Sport für Klein und Groß ab der nächsten Woche. „Wir als BVV werden alle Auflagen erfüllen, nur um wieder in die Halle zu können“, betont sie.
Die Hoffnung
Die Erfahrungen nach dem ersten Lockdown hätten laut Deckert zudem gezeigt, dass die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln gut eingehalten werden können. „Daher fühlen wir uns als BVV gut vorbereitet und sind startklar, um zügig das Training wieder aufzunehmen“, betont sie: „Wir hoffen, dass wir dann weiter so eine tolle Beteiligung, gerade im Kinder- und Jugendbereich, haben werden wie vor dem Lockdown. Und dass alle Spielerinnen und Spieler auch unter den neuen Auflagen wieder den Weg in die Halle finden werden.“
